Ein Freund, ein guter Freund...

Biedermeierliche Revers-Nadel mit einem Stiefmütterchen aus Haar, um 1830

Geschenke aus dem eigenen Haar waren im 18. und 19. Jahrhundert gang und gäbe – eine Tradition, welche als Freundschafts- oder Liebesgabe im Biedermeier ihren Höhepunkt fand. Die Familie, das eigene Haus und die Freunde spielten im Leben der damaligen Zeit eine große Rolle, war doch das Zeitalter der Romantik von besonderer Empfindsamkeit geprägt. In diesem Zusammenhang entstanden auch Schmuckstücke aus Haar, die als besonders persönliche Geschenke (denn Haar ist ja ein Teil des eigenen Körpers!) eine innige Verbundenheit ausdrücken sollten. Die vorliegende Reversnadel ist ein hübsches Beispiel für einen solchen Schmuck aus Haar. An ihrer Spitze präsentiert die Nadel ein kleines ovales Medaillon mit einem niedlichen Pflänzlein. Der Entwurf bezieht sich auf die damals immer gern angewandte „Sprache der Blumen“, um auch formal zu einer Aussage zu gelangen: Aus den echten Haaren, die sorgfältig gelegt auf einem hellen Untergrund fixiert wurden, ist ein kleines Stiefmütterchen geformt. Hinter Glas verwahrt und von einem goldenen Rahmen gehalten, flüstert es uns eine Aussage zu. Denn die Blume hat in Frankreich den Beinamen: „(herbe de la) pensée“, also „Pflanze des Gedenkens“ und gilt als Symbol der liebevollen Erinnerung. Die englische Bezeichnung „pansy“ leitet sich von diesem französischen „Pensée“ ab und so manifestiert sich die Bedeutung des Veilchens als „souvenir d´amour“. Die an Revers oder auch Krawatte zu tragende Nadel wird einmal ein romantisches Andenken, oder auch ein Geschenk inniger Freundschaft gewesen sein. Ein sentimentales Schmuckstück des Biedermeier, dass auch heute noch problemlos getragen werden kann.

Brigitte Marquardt bildet in ihrer Publikation zu „Schmuck des Biedermeier“, München 1983, auf S. 208 einige Schmuckstücke der Erinnerungskultur des 19. Jh.s aus menschlichem Haar ab und erklärt deren Bedeutung: Die Verarbeitung von Haar zu Schmuckstücken basiert auf der Bedeutung des Haares als Teil des ganzen Menschen, das durch seine Haltbarkeit gleichsam unsterblich ist. Im Volksglauben ist das Haar der Sitz der Lebenskraft. Schmuckstücke dieser Art waren oftmals Geschenke von heiratenden Töchtern an deren Mütter, denn so konnte im wahrsten Sinne des Wortes ein Teil des Kindes, das das Haus verlässt, bei der liebenden Mutter bleiben und immerwährende Erinnerung sein, auch wenn die Tochter nun ihren eigenen Hausstand gegründet hatte.

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