In der Schlangengrube

Bewegende Muschelgemme der Beatrice Cenci in Gold, um 1850

Eine junge Frau, lieblich, freundlich, schaut uns über ihre Schulter gewandt an. Unter ihrem Kopftuch wellen reiche Locken hervor. Ihr Blick ist offen, freundlich, doch nicht ohne einen Hauch von Trauer und Leid. Wer ist die junge Schöne, die hier von zwei Schlangen bewacht seit rund 170 Jahren ihrem Schicksal harrt? Der Vergleich mit historischen Stichen zeigt: Es handelt sich um Beatrice Cenci, eine adlige Römerin, deren Leben und Tod im 17. Jahrhundert die Gemüter bewegte und die bis ins 19. Jahrhundert als Märtyrerin einer ungerechten Justiz verehrt wurde. Beatrice litt unter ihrem gewalttätigen Vater, der sie misshandelte und sich vermutlich wiederholt an ihr verging. In ihrer Verzweiflung und ausweglosen Lage, hatte sie doch keine rechtliche Handhabe, sich aus der Gewalt ihres Vaters zu befreien, plante sie mit Stiefmutter und Brüdern den Mord am eigenen Vater. Am 9. September 1598 wurde der Vater von gedungenen Helfern tatsächlich getötet. Doch der Mord wurde enttarnt und die Cenci vor Gericht gestellt, gefoltert und schließlich hingerichtet. Der Papst, um Gnade angefleht, lehnte jede Begnadigung ab. Schon zeitgenössisch, doch besonders im 19. Jahrhundert erregte der Fall der Cenci die Gemüter und wurde zu einem Symbol der ungerechten Justiz, der Unterdrückung der Frau und der Selbstgerechtigkeit der über sie herrschenden Männer. Ihr Portrait, angeblich von Guido Reni, wurde vielfach kopiert und verbreitet. Wir bilden anbei einen Stich des frühen 19. Jahrhunderts von Giovita Garavaglia nach dem Bild ab, der zum Vorbild für den Schnitt der Muschel gedient haben dürfte. Percy Bysshe Shelley dichtete 1819 das Versdrama The Cenci, auch Stendhal schrieb mit Les Cenci eine entsprechende Erzählung. Unsere Brosche ist im selben zeitlichen Umfeld entstanden. Die Rahmung mit den zwei ineinander verschlungenen Schlangen, Symbole der Ewigkeit, mag hier als Anklage gelten, gegen die ewig weiter bestehende Unterdrückung – oder als Zeichen der ewigen Anteilnahme am Schicksal der Schönen.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


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