Zarte Symmetrie

Elegante Brosche mit Naturperlen & Diamanten in Silber & Gold, um 1900

In den Jahren um 1900 änderte sich der Geschmack im Bereich der Mode und mit ihm das Aussehen von Schmuckstücken grundlegend. Vorbei waren die Zeiten des Historismus mit seiner Vorliebe für voluminöse Formen und kräftige Farben. Beliebt waren nun vor allem helle Kreationen aus Perlen, Diamanten, Silber bzw. Platin, die zu delikaten Arrangements zusammengefügt wurden. Der charakteristische Halsschmuck dieser Epoche war das kurze Kropfband, auch bekannt als Choker oder Collier de Chien. Diese kurzen, meist mehrreihigen Colliers wurden durch Alexandra von Dänemark bekannt gemacht, der Ehefrau des Prinzen von Wales, der kurze Zeit später als Eduard VII. den englischen Thron besteigen sollte. Während die Kropfbänder für formale Anlässe am Abend oft aus bis zu zwölf Perlenschnüren bestanden, waren solche für den Gebrauch am Tage deutlich komfortabler zu tragen. Besonders populär waren Bänder aus Samt oder Seide, die in der Mitte delikaten, diamantbesetzten Zierelementen verziert waren. Ein solches Zierelement war einst das hier vorliegende, exquisite Schmuckstück. Sein rechteckiger Rahmen, reich mit weiß schimmernden, echten Naturperlen besetzt, fasst ein zur Mitte symmetrisches Arrangement aus mit diamanten besetzten Blättern und weiteren Perlen. Ein großer Diamant im Altschliff besetzt leuchtend die Mitte des Entwurfes. Die Ausführung ist fein und delikat und dennoch effektvoll, ganz so, wie es die Mode jener Jahre verlangte. An den Seiten zeigt der aus Gold mit einer Schauseite aus Silber gefertigte Rahmen die feinen Löcher, an denen einst zehn Reihen Perlen befestigt waren. In den Jahren zwischen den Kriegen wurde das Zierstück dann zu einer Brosche umgebaut, da eng am Hals getragene Collier de Chiens nun aus der Mode geraten waren. Als Brosche konnte die Arbeit jedoch noch weiterhin mit Freude getragen werden – nicht anders als heute.

Mit der Erfindung des Gaslichtes und dann des elektrischen Lichtes zum Ende des 19. Jahrhunderts erfüllte mit einem Mal gleißende Helligkeit die Ballsäle Europas. Kein dunkles, gelbes Kerzenlicht mehr, sondern das weiße Leuchten hunderter Lampen ließ den Schmuck der Damen glänzen und glitzern wie nie zuvor. Kein Wunder, dass in der Folge dieser Entwicklungen auch eine neue Mode entstand: Weißjuwelen aus Diamanten und Silber antworteten auf die neuen Lichtverhältnisse und lösten die bisherigen farbigeren Entwürfe ab. Überhaupt wurde der Schmuck zunehmend reicher mit funkelnden Edelsteinen ausgefasst, um ein immer luxuriöseres und reicheres Erscheinungsbild zu schaffen. Auf den großen Bällen in Paris, London und St. Petersburg wurden immer prachtvollere Diamantcolliers präsentiert, zudem Tiaren, Broschen und Ringe, allesamt Träume in weißen Diamanten. Der Name der Epoche, die Belle Époque, zeigt noch heute das Ziel dieser Zeit an: In Schönheit zu glänzen. Doch auch in den folgenden Dekaden blieb die Mode weißen Schmucks aktuell, bis hin zum Art Déco der 1920er Jahre. Allein die Materialien der Fassungen wandelten sich. Das schnell anlaufende Silber wurde zunächst durch Platinauflagen ersetzt und später durch Schmuck ganz aus Platin bzw. dem kurz vor dem Weltkrieg entwickelten Weißgold.

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Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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