Ewig vereint

Gemmen-Portrait eines viktorianischen Ehepaars als Goldbrosche, um 1860

Schmuck mit geschnittenen Gemmen war im ganzen 19. Jahrhundert eine große Mode. Die Bildnisse von Göttinnen und Göttern und Szenen der antiken Mythologie entstanden in allen Preislagen und Qualitäten, um zumeist als Brosche von allen Kreisen der Bevölkerung getragen zu werden. Die Palette reichte dabei von kostbaren Arbeiten aus Halbedelsteinen bis hin zu in Serie gefertigten, kleinen und einfachen Stücken aus Muschelschale. Die hier vorliegende, große Gemme ist in der Reihe der Gemmen daher ein besonderes Stück, denn die Darstellung, eine Frau und ein Mann im Profil nach rechts, sticht aus der Reihe der üblichen Darstellungen heraus. Ihre klar gezeichneten Gesichtszüge, ihre feinen Details zeigen, dass es sich um ein individuelles Ehepaar handelt, nach dem Leben oder nach einer Zeichnung ausgeführt. Solche Gemmen sind recht selten, denn ihre Herstellung erforderte in der Regel einen längeren Besuch direkt beim Gemmenschneider. Das Zentrum der Produktion war seit alters her die Bucht von Neapel. Hier waren im ganzen Jahrhundert die besten Handwerker zu finden, auch wenn einzelne gelernte Gemmenschneider zunehmend auch direkt in die großen Zentren wie Rom, Paris und London wanderten, um hier direkt Ihre Dienste anzubieten. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich bei der hier vorliegenden Gemme daher um ein Souvenir einer Italienreise, in Auftrag gegeben von einem britischen Ehepaar und später dann in Großbritannien in Gold gefasst. Die Entscheidung, sich im Profil und hintereinander gestaffelt darstellen zu lassen, war nicht zufällig. Schon aus der römischen Antike stammt die Gemme Claudia, -> heute im Kunsthistorischen Museum in Wien. Sie zeigt Kaiser Claudius (reg. 41–54 n. Chr.) und seine vierte Gemahlin Agrippina minor gegenüber der Eltern der Braut. Es handelt sich also klar um ein Ehebildnis. Vielleicht entstanden auf einer Hochzeitsreise? Entscheidender wird aber die Bildsprache Königin Victorias gewesen sein. Für die Weltausstellung von 1851 in London war eine Medaille entstanden, welche Victoria und ihren Gatten Albert in genau dieser Form zeigte (->vgl. hier, Royal Collection, Inv. RCIN 443375). Der Entwurf von William Wyon wurde jahrelang breit publiziert und auch von Victoria später noch für ihren Hausorden, den Order of Victoria and Albert wiederverwendet (->vgl. hier, Royal Collection, Inv. RCIN 3366). Die kaum zufällige Nähe der Gemme zur Darstellung des königlichen Ehepaars legt nahe, dass es sich auch bei den dargestellten um Engländer handelt. Es gibt wenige Beispiele für nach dem Leben ausgeführte Portraitgemmen, die zugleich eine so hohe Qualität wie die hier vorliegende Brosche aufweisen. Das Gemmenportrait von Ellen Walters, entstanden 1862 von der Hand von Tommaso Saulini ist hier eines der bekanntesten Beispiele,-> heute im Walter Art Museum, Inv. 57.2001. Die Ähnlichkeit der Frisur auch zur hier vorliegenden Gemme ist verblüffend, sodass wir von einer Entstehung im selben Zeitraum ausgehen. Die Fassung aus Gold ist in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erneuert worden.

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