Denn immer, immer wieder…

Große Brosche mit Muschelgemme der Aurora nach Guido Reni, um 1825

„Denn immer, immer wieder geht die Sonne auf / Und wieder bringt ein Tag für uns ein Licht“ Was Udo Jürgens wusste, war den Menschen der Antike ebenso klar: Der Lauf der Sonne über den Himmel wiederholt sich jeden Tag. Zahlreiche Kunstwerke haben diesen Zug der Aurora über das Firmament dargestellt, die bekannteste ist wohl ein Fresko aus der Hand von Guido Reni aus dem Casino des Palazzo Rospigliosi. Das Fresko wurde im Jahr 1612 von Kardinal Scipione Borghese in Auftrag gegeben und 1614 vollendet. Inspiriert wurde Reni hierbei von Raffael und antiken Kunstwerken wie etwa dem Relief der Borghesischen Tänzerinnen, das sich heute im Louvre befindet. Dem Fresko folgend, zeigt der Cameo die Göttin der Morgenröte Aurora in Begleitung eines Cherubs mit Fackel, welcher den Morgenstern symbolisiert. Gefolgt wird Aurora von sieben Stundengöttinnen, sowie dem vierspännigen Wagen Apollons. Aurora streut Rosenblätter und verbreitet somit die Morgenröte über die Welt. Die Göttin schwebt, vor einem Hintergrund von Wolken, in einer leichten Aufwärtsbewegung von links nach rechts und wirft mit beiden Händen den erwachenden Tag über eine Küstenlandschaft. Aurora blickt nach hinten auf den fackeltragenden Cherub, der über den Köpfen der vier Pferde Apollons schwebt und die Szene beleuchtet. Apollo auf seinem Wagen sowie die ihn umgebenden Stundengöttinnen schreiten auf Wolken ebenfalls von links nach rechts und folgen der Morgenröte. Das Fresko aus Rom wurde immer wieder ins Medium der Druckgrafik übersetzt und außerordentlich populär. Einer dieser Kupferstiche, vielleicht das 1787 gedruckte Blatt aus der Hand von Raphael Morghen, wird dem Schnitzer der hier vorliegenden, großen Muschelgemme vorgelegen haben. Wir bilden es anbei ab. Detailreich und mit routinierter Eleganz ist der Entwurf des Freskos ins das plastische Relief übertragen. Schön sind die Schichten der Muschel voneinander abgetrennt. Die Figuren leuchten weiß vor dem polierten, orangebraunen Hintergrund. Die Gemme ist dabei recht stark gewölbt und folgt der natürlichen Form der Muschel. Die Fassung der großen Gemme ist in der sog. Cannetille-Technik aus hochkarätigem Gold gefertigt. Diese Art, Ornamente aus feinem Golddraht herzustellen, war nur kurze Zeit, zwischen 1820 und 1830 in Europa populär. In diesem Zeitraum ist daher auch die Gemme und ihre Rahmung entstanden, durch welche die Gemme als Brosche tragbar ist. Die letzten 200 Jahre hat die große Gemme in ihrer ganzen Schönheit überstanden. Als Erinnerung daran, dass stets ein neuer Morgen folgt. „Denn Dunkelheit für immer gibt es nicht. / Die gibt es nicht, die gibt es nicht.“

Schmuckstücke mit Cannetille waren besonders in der Dekade von 1820 bis 1830 populär. Cannetille ist dem Filigran verwandt und besteht üblicherweise aus fein gehämmerten Blechen und Golddrähten. Die verwendeten Formen bestehen hauptsächlich aus Ranken, Spiralen und bienenkorbartigen Elementen, die wie zarte Spitze wirken und häufig mit feinen Granulaten verziert sind. Typisch ist auch die Verwendung von farbenfrohen Edelsteinen wie Aquamarin, Topas oder Chrysoberyll, in Mitteleuropa darüber hinaus auch böhmische Granate, Türkis und Opal. Die Steine wurden zum überwiegenden Teil in geschlossene Fassungen gesetzt und mit einem Folienhintergrund versehen, der ihren Farbton vereinheitlichte. Der Aufstieg des Cannetille fällt in die Zeit der Goldknappheit am Anfang des 19. Jahrhundert, als große Schmuckstücke in Mode waren das Gold aber teuer. Cannetille Schmuck wirkt beeindruckend, verwendet aber nur wenig von dem kostbaren Edelmetall. Vgl. mit zahlreichen Beispielen Ginny Reddington Dawes / Olivia Collings: Georgian Jewellery 1714-1830, Woodbridge 2007, S. 113–116 und David Bennet und Daniela Mascetti: Understanding Jewellery, Woodbridge 2010, S. 82, S. 85, usw.

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