Aus fernem Land und ferner Zeit

Große Malachit-Brosche in Gold mit Gryllos-Gemme, Biedermeier um 1840

Schmuck war in früheren Zeiten nicht nur Ausweis von Status und Reichtum und ein Mittel, sich zu schmücken und seine Schönheit zu unterstreichen. Mit Schmuckstücken konnte Frau (und Mann!) auch Bildung zum Ausdruck bringen, Interesse an Wissenschaft oder Politik andeuten oder einen Anstoß zu einem Gespräch in geselliger Runde geben. Die hier vorliegende, große Brosche des mittleren 19. Jahrhunderts ist solch ein Stück, voller Anspielungen und Verweise, das zum Gespräch einlädt und zugleich auf eine Reise in exotische Welten, fern in der Zeit und aus fernen Ländern. In eine Fassung aus goldenen Blättern und Smaragden ist ein großer ovaler Malachit gesetzt. Auf dem polierten Grün des gemaserten Steines halten zwei Schlangen über einem rot leuchtenden Halbmond eine ungewöhnliche Muschelgemme. In feinem Schnitt sehen wir eine selten thematisierte Gestalt aus dem Reich der Mythen und Sagen. Oder besser: Gleich vier Gestalten! Es handelt sich um die Darstellung des „Gryllos“, einer vierköpfigen Sagengestalt der griechischen Mythologie, von denen Plutarch berichtet. Bei jeder Vierteldrehung der Gemme wird ein anderes Gesicht, ein anderer Kopf sichtbar. Wir sehen drei Männer, in den drei Lebensaltern, jung, alt und in den besten Jahren. Zudem noch einen Widderkopf mit Gehörn. Kameen mit derartigen Darstellungen finden sich in nur wenigen Sammlungen und alle sind bedeutend. Das MoMa in New York besitzt einen Ring mit „Grylloskopf“, der mit unserem vergleichbar ist, vgl. -> hier. Nicht weniger ungewöhnlich ist die Präsentation der Gemme. Ihre Rahmung durch zwei Schlangen ist zugleich abschreckend wie verführerisch. Als Zeichen der Unendlichkeit, des Wissens und der Weisheit wurde sie schon im alten Ägypten verehrt - genauso im übrigen wie der Malachit, der hier den Grund der Brosche bildet: Im alten Ägypten bereits wurden Kultobjekte wie Skarabäen aus Malachit geschnitzt und der zerstoßene Stein als Lidschatten gebraucht und bis in die Gegenwart wird das farbintensive Mineral für Schmuck verwendet. Besonders im 19. Jahrhundert wurde Malachit zu einem wahren Modematerial. In den Palästen des Zaren in St. Petersburg und im Kreml wurden ganze Räume mit Malachit verkleidet und auch in den preussischen Schlössern in Potsdam finden sich wunderbare Raumausstattungen, wie in ihrer Farbpracht auf den heutigen Betrachter im ersten Moment überraschend wirken. Speziell das Malachit-Zimmer in der Orangerie im Schlosspark von Sanssouci ist hier ein eindrucksvolles Beispiel, errichtet in den 1850er Jahren unter Friedrich Wilhelm IV. Zugleich bildet der Stein einen effektvollen Hintergrund für die drei rot funkelnden Rubine, mit denen der Halbmond am unteren Rand geziert ist: Verweist er auf das Morgenland und schafft er damit einen weiteren Bezugspunkt, neben griechischer Antike und altem Ägypten, fernem Russland und dem Europa des Biedermeier? Es wirkt beinahe, als solle die Brosche auf alle Zeiten und Erdteile verweisen und sie hier in einem Schmuckstück, gerahmt von golden leuchtendem Lorbeer zusammenbringen. Wem die große Brosche ursprünglich gehörte, wissen wir leider nicht.. War es ein Gelehrter in geheimen Dingen, vielleicht ein Freimaurer oder Liebhaber des Okkulten? Sicher ist, seit beinahe 180 Jahren gibt diese meisterhafte Goldschmiedearbeit so einige Rätsel auf!

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


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