Pferdchen lauf Galopp!

Klassizistische Kamee aus Austernschale in Goldfassung, um 1790

Alle Eigenheiten der Natur, alle Veränderungen der Welt hatten in der Vorstellung der Antike ihre Gründe im Reich der Götter. Ihr Wirken verursachte den Lauf der Zeit und begründete auch Katastrophen wie Vulkanausbrüche oder Erdbeben. Die eigene Hilflosigkeit gegenüber der oft feindlichen Naturgewalten blieb so zwar bestehen, doch half es, sie mit einem höheren Sinn zu versehen und so – zumindest ansatzweise – nachvollziehbar zu machen. Der Wechsel der Tageszeiten oblag dem Wirken des Sonnengottes und seiner Schwester, der Morgenröte. Eos, wie sie bei den Griechen genannt wurde, bzw. Aurora, wie die Römer sie nannten, hatte ihren Thron an der Quelle des Weltozeans. Sie tauchte allmorgendlich mit ihrem Gespann aus den Wassern des Okeanos auf, daher trug sie den Beinamen Erigeneia, „die Früherwachende“. Sie fuhr ihrem Bruder Helios bei dessen Reise über den Himmel im eigenen Wagen voraus. Ihre Pferde hießen Phaethon („Schimmer“ oder „der Glänzende“) und Lampos („Glanz“ oder „der Helle“). Homer beschreibt Eos als anmutige, schön gelockte, rosenarmige und rosenfingerige Gottheit in einem safran-farbigen Kleid. Dieses Ideal der Schönheit wirkte lange nach: Zahlreiche Darstellungen in den Künsten zeigen die Morgenröte als schöne junge Frau – nicht zuletzt im Medium der Gemme. Schon aus der Antike sind entsprechende Beispiele überliefert, das Museum of Fine Arts in Boston hat ein sehr schönes Exemplar in seinem Bestand (Inv. Nr. 99.108). Hier nun liegt eine Darstellung des späten 18. Jahrhunderts vor, ausgeführt im Medium der Muschelgemme. Die Göttin des Morgens sitzt auf ihrem Streitwagen und wird von zwei galoppierenden Pferden durch die Wolken gezogen. Voller Dynamik bauscht sich ihr Überwurf und doch sind ihre Zügel locker: Die Pferde kennen ihren Weg und sorgen so für die immer verlässliche Wiederkehr des Morgens. Die Gemme ist in Austernschale geschnitten, eine seltene Technik, welche dem leicht violetten Grund einen schönen Schimmer verleiht. Zugleich passt das Medium der Muschel wunderbar zum Thema der aus dem Meer aufsteigenden Aurora. Gefasst ist die fein geschnittene Szene in Gold. Rückseitig ist dabei noch eine zweite Szene dargestellt, eine arkadische Ruinenlandschaft, so typisch für die Malerei des späten 18. Jahrhunderts. Eine Broschierung macht das kleine Kunstwerk zur Brosche.

Gemmen und Kameen zu besitzen war über Jahrhunderte der Anspruch beinahe aller großen kunstgewerblichen Sammlungen und Wunderkammern, vom Grünen Gewölbe in Dresden angefangen über die Schatzkammer Rudolf II. bis hin zu großen privaten Sammlungen wie die des Baron von Stosch in späterer Zeit. Das 18. und 19. Jahrhundert brachte zahlreiche große Abdrucksammlungen antiker Siegelsteine und Gemmen hervor, die die antike Bildsprache der Glyptik beinahe in ihrer Gesamtheit darstellen konnten, waren sie doch auch Ausdruck einer humanistischen Bildung. Doch hat sich die Kunst des Gemmenschneidens bis heute in Italien, bessonders in der Bucht von Neapel erhalten, wo sie von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Heute ist die Scuola dei Cammei in Torre del Greco die weltweit einzige groß angelegte Ausbildungsstätte für Gemmenschneider in Italien. In besonderem Maße wichtig für die Vermittlung von Stein- und Muschelschnitten nördlich der Alpen waren seit jeher Italienreisende, die Abdrücke und geschnittene Steine sowie gravierte Muscheln von ihren Bildungsreisen nach Hause brachten um sich daran zu erfreuen.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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