My Luve’s like a red, red rose

Kunstvolle Schmetterlingsbrosche mit Diamanten & Naturperlen, um 1900

Schmuckstücke in Form kostbar gestalteter Insekten waren eine große Mode der letzten zwei Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts. Zuerst waren es Nadeln in Fliegenform, die sich auf den Krawatten der Herren ebenso fanden wie an den Schals der Damen; dann trug man Spinnen und Bienen; aber ganz besonders bot sich der Schmetterling zur kunstvollen Ausgestaltung mit Edelsteinen an. Ganz im Sinne der Zeit liebte man es, diese Motive romantisch umzudeuten. Da die Fliege etwa unwiderstehlich von zuckrigen Düften angezogen wird, so wie Liebende voneinander, konnte sie Trägerin romantischer Botschaften werden. Umgekehrt deutete man auch die Spinne, in deren Netz die Fliege gefangen ist, als Sinnbild der Verführerin. Doch auch die Biene, die süßen Honig schafft, wurde im Kontext des Honeymoon, also des Honigmondes der Frischvermählten dargestellt. Mehr hierzu können Sie etwa nachlesen bei Charlotte Gere/Judy Rudoe: Jewellery in the Age of Queen Victoria, London 2010. S. 221. Spinnt man die oben genannten Gedanken weiter, so denkt man bei einer Dame, auf deren Revers sich ein zierlicher, im Licht der Edelsteine schimmernder Falter niedergelassen hat, unweigerlich an den Vergleich mit einer schönen Blume, wie er so oft in der Liebesliteratur besungen wird. „O my Luve's like a red, red rose“, meine Liebste ist wie eine rote Rose, so schrieb etwa der Lyriker Robert Burns 1794 den Text eines noch heute bekannten Liebesliedes nieder, das auch im viktorianischen Zeitalter gesungen wurde. Der zarte Falter, den wir in London erwerben konnten, zeigt glänzend ausgestaltete Flügel mit Diamantrosen und mehreren Farben kunstvoll ineinander verfließenden Transluzidemails auf Silber. Sein Körper bildet sich aus natürlichen Perlen, während seine Augen unter den geschwungenen Fühlern aus Rubinen gefertigt sind. Einst, so verrät uns die Machart seiner Rückseite, ließ sich die goldene Broschierung variabel abnehmen und austauschen, wohl gegen einen Anhänger. Bei uns wartet der Schmetterling nun auf eine hübsche Schulter, auf der er sich niederlassen kann.

Im späten 19. Jahrhundert entstand eine neue, nie zuvor gesehene Art von Schmuckstücken: Sogenannte „Novelty Jewellery“ sorgte durch neue, überraschende und bis dato undenkbare Formen und Materialzusammenstellungen für Furore: So ließen sich mit einem Mal Vögelchen auf Schaukeln nieder und wurden zu Ohrgehängen. Viele Gegenstände des täglichen Lebens fanden ihren Weg an das Revers der Damen und Herren, wie Tennis- und Golfsschläger sowie Briefmarken, doch auch die technische Welt fand in dieser Mode ihren Niederschlag. Maschinen, Automobile en miniature und auch das neuartige Telefon bildeten überraschende Blickpunkte. Sinn und Zweck dieser Stücke war es, in Gesellschaft für Anknüpfungspunkte zum Gespräch zu sorgen. Bei Geburtstagsfeiern konnte eine Brosche mit dem Geburtsjahr der oder des Gefeierten eine sympathische Geste sein, bei gemeinsamen Ausflügen zur Jagd eine Fuchsbrosche dem Rahmen entsprechend die Garderobe ergänzen. Sogar durch Batterien aus den Augen leuchtende Totenschädel wurden angeboten, um bei einer Dinnerparty einen makabren, aber doch heiteren Akzent zu setzen. Dabei handelte es sich bei den Schmuckstücken nicht ausschließlich um Modeschmuck. Viele Stücke waren natürlich für den einmaligen Gebrauch konzipiert und aus preiswerten Materialien hergestellt. Die immer weiter fortgeschrittene Industrialisierung auch im Schmuckbereich erlaubte mit einem mal die massenweise Herstellung von vergoldeten und auch nur goldfarbenen Broschen und Anhängern. Doch auch namhafte Goldschmiede schufen kleine Novelty-Stücke aus kostbaren Metallen, besetzt mit edlen Steinen, denn die Mode des Kuriosen, Überraschenden und Heiteren lebte in allen Schichten der Gesellschaft: Tatsächlich nahm die königliche Familie in Großbritannien hier sogar eine Vorreiterrolle ein - und setzte mit ihrem Juwelengebrauch den Maßstab, an dem sich ihre Untertanen dann messen lassen wollten. Mehr zu diesem spannenden Thema erfahren Sie bei Charlotte Gere / Judy Rudoe: Jewellery in the Age of Queen Victoria, London 2010, S. 190–247.

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