Wer kauft Liebesgötter?

Viktorianische Gemme in vergoldeter Pinchbeck-Fassung, um 1850

Wer kauft Liebesgötter? Diese Frage stellte schon Goethe 1800 in seinem gleichnamigen Gedicht, und doch wusste er sie selbst nicht recht zu beantworten. Mit seinen Versen bezog er sich auf ein Motiv, welches das ganze 19. Jahrhundert hindurch die Menschen faszinierte und zahlreiche künstlerische Interpretationen nach sich zog. Die Rede ist von einem antiken Wandbild aus der Villa Arianna in Stabia (siehe letzte Abb.), die Frauen zeigt, die mit kleinen Eroten bzw. Amoretten zu handeln scheinen. Die Villa, die am Golf von Neapel lag, wurde im Jahr 79 n. Chr. mitsamt ihrer prächtigen Ausstattungen beim Ausbruch des Vesuvs verschüttet, und erst 1759 legte man die Überreste frei. Genau diesem Fresko ist auch unsere Gemme nachempfunden, wenngleich sie seitenverkehrt ist, da der Gemmenschneider nach einer graphischen Reproduktion des Wandbildes arbeitete. Vermutlich orientierte der anonyme Kunsthandwerker sich dabei an einem 1782 in den Voyages Pittoresques erschienenen Stich, der die Szene ebenfalls seitenverkehrt darstellt. Dass er gerade dieses Motiv wählte, ist kein Zufall: Denn ebenso wie die Villa mit ihrem berühmten Fresko am Golf von Neapel lag, wurden dort im 19. Jahrhundert auch jene Muschelgemmen geschnitten, die von den Italienreisenden als Souvenirs gekauft wurden. Es war ein britischer Reisender, der die Gemme dort erwarb und mit in seine Heimat brachte. Dies verrät uns die Fassung, die aus einer typisch britischen Messinglegierung namens Pinchbeck besteht. Insbesondere um die Mitte des 19. Jahrhunderts herum wurde sie mit Vorliebe als Ersatzmaterial für Gold verwendet, denn in jener Zeit waren besonders plastische und aufwändige Fassungen in Mode, wie sie auch diese Gemme in Form eines gravierten und drapierten Bandes aufweist. Das schöne Schmuckstück ist sehr gut erhalten und ein tragbares Stück Kunstgeschichte.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


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