Liebesknoten

Delikates Diamant-Collier in Platin & Gold, um 1905

Die Jahre kurz nach 1900 haben mit dem sogenannten „Garland Style“, dem „Girlandenstil“, eine Formensprache in die Welt des Schmucks gebracht, die dem Jugendstil eine klassischere, feinere Stilauffassung entgegensetze. Anlehnungen an Formen des Louis XVI und feine Motive aus der klassischen Antike belebten einen Neoklassizismus, der kleine, zarte Lorbeerranken ebenso schätze wie minutiöse Festons und Verzierungen mit winzigen Millegriffes. Das hier vorliegende Collier ist ein bezaubernder Beleg für die feine Eleganz dieses Stils, der von den Goldschmieden in allen Hauptstädten Europas gleichermaßen geübt wurde. Funkelnde Diamanten, gefasst Platin, schaffen einen kristallinen, kühlen und darin eleganten Eindruck – überirdisch verführerisch, ein wenig weltentrückt und damit besonders luxuriös. An einer zarten Kette aus Gold funkelt dabei ein großes Schleifenmotiv mit angehängten großen Diamanten im Altschliff. Schleifen wie die des Colliers wurden zur Entstehungszeit als Liebes- und Verbundenheitsmotiv gedeutet. Sie zierten alle Arten von Schmuckstücken, welche als Liebes­geschenke übergeben wurden. So wird auch dieses besondere Juwel einst ein solches Geschenk gewesen sein. David Bennet und Daniela Mascetti: Understanding Jewellery, Woodbridge 2010, S. 262–287, bilden zahlreiche Schmuckstücke im Garland Style ab, welche helfen, auch das hier vorliegende Collier eindeutig in die Jahre um 1905 zu datieren.

Die Form des Brillanten hat sich über viele Jahrhunderte entwickelt. Lange war es technisch nicht möglich, den Rohkristall mehr als nur rudimentär zu verändern, da der Diamant ja so außergewöhnlich hart ist. Im 17. und 18. Jahrhundert gelang es dann, dem Kristall mehr und mehr Facetten abzutrotzen und im Laufe des 19. Jahrhunderts näherten sich die Schliffe immer mehr der Form an, die wir heute als Brillant kennen. Erst im Jahr 1919 aber hat Marcel Tolkowsky die Idealform des Brillanten auf optisch-physikalischer Grundlage errechnet; die genaue Form, welche in Deutschland heute der Standard ist, der sog. Feinschliff der Praxis, ist sogar erst 1938 festgelegt worden. Wirkich durchgesetzt hat sich die Form des modernen Brillanten dann nach dem Krieg. Der Brillant ist somit also eine eigentlich erst recht neue Erfindung - und das bedeutet auch, dass bei einem Diamanten, der im 19. Jahrhundert oder zu Beginn des 20. Jahrhunderts geschliffen wurde, einem sog. „Altschliff“, die Proportionen des Steins nicht dem Standard des heutigen Brillanten folgen. Altschliffe wurden in der damaligen Zeit immer individuell geschliffen: Man wollte den optimalen Weg finden zwischen dem besten Glanz einerseits und dem wenigsten Materialverlust beim Schleifen andererseits. Wir finden, dass gerade diese Individualität die alten Diamanten so besonders interessant macht. Man kann sie weniger gut vergleichen; auch lässt sich der Wert nicht einfach mittels einer Tabelle bestimmen: Denn man muss jeden Stein einzeln ansehen, um wirklich sagen zu können, ob er das Feuer und den Glanz hat, den man von einem Diamanten erwartet.

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