Winckelmanns Favorit

Der Apoll vom Belvedere als Kamee in emailliertem Gold, Klassizismus um 1810

Es war eine Sensation, als man Ende des 15. Jahrhunderts in der Villa Neros im italienischen Anzio eine antike Marmorstatue des Gottes Apollon bergen konnte: So schön und so perfekt erhalten wie nur wenige Werke der Antike, gilt die Statue nach einem griechischen Bronzevorbild des Leochares als ein herausragendes Beispiel klassischer Bildhauerkunst. Zunächst in der Sammlung der Gonzaga, sicherte sich alsbald Giuliano della Rovere, der spätere Papst Julius II., das Werk. Ab 1511 war es im Innenhof des Belvedere, einer nördlich von St. Peter gelegenen, später mit der päpstlichen Palastanlage verbundenen Sommervilla auf dem Vatikan ausgestellt. Hier befindet sich der Apoll als Bestandteil der Sammlung der Vatikanischen Museen noch heute. Für den Gründervater der Kunstgeschichte Johann Joachim Winckelmann war der Apoll von Belvedere „das höchste Ideal der Kunst unter allen Werken des Altertums“. Seine Beschreibung des Apoll trug dazu bei, dass die Skulptur besonders die Ästhetik des Klassizismus prägte. So schrieb Goethe an Herder im Sommer 1771, ganz von der eigenen Betrachtung der Skulptur ergriffen: „Mein ganzes Ich ist erschüttert, das können Sie dencken, Mann, und es fibriert noch viel zu sehr, als daß meine Feder stet zeichnen könnte. Apollo von Belvedere, warum zeigst du dich in deiner Nackheit, daß wir uns der unsrigen schämen müssen?“ Die hier vorliegende Brosche präsentiert den Apoll des Belvederehofes als Gemmenschnitzerei des beginnenden 19. Jahrhunderts. Das Profilbildnis des jungen Mannes in klassisch antikem Gewand hebt sich in gebrochenem Weiß vor dem dunkleren Untergrund ab. Sein Blick geht nach rechts, sein leoninisches Haar ist mit einem Band geziert und eine große Haarschleife ist als Erkennungsmerkmal dieser spezifischen belvederischen Apolldarstellung abgebildet. Geschnitten wurde der Gott vermutlich an der Bucht von Neapel aus Muschelschale. Der gekonnte Schnitt ist besonders plastisch und detailreich. Die Fassung aus Gelbgold ist nicht minder kunstvoll gearbeitet. Aufwändige Emaillierungen in Schwarz und Weiß verleihen der wie ein Bilderrahmen geformten Fassung ein reiches Aussehen. Vermutlich war die Gemme einst ein Mitbringsel einer Grand Tour nach Italien. Die in den Jahren um 1810 entstandene Brosche ist ein wundervolles Zeugnis für die Antikensehnsucht des Klassizismus. Es ist ein in schönen Proportionen wiedergegebener Apoll in einer aufwändigen Fassung, der als Schutzgott der Künste in keiner Sammlung von Kameen und Gemmen fehlen sollte. Wer wäre nicht gern in Begleitung des schönsten Mannes der klassischen Antike?

Antike Gemmen und Kameen zu besitzen war über Jahrhunderte Anspruch beinahe aller großen Sammlungen, vom Grünen Gewölbe in Dresden angefangen über die Schatzkammer Rudolf II. bis hin zu großen privaten Sammlungen wie die des Baron Stosch in späterer Zeit. Das 18. und 19. Jahrhundert brachte zahlreiche große Abdrucksammlungen antiker römischer und griechischer Siegelsteine und Gemmen hervor, die die antike Bildsprache der Glyptik beinahe in ihrer Gesamtheit darstellen konnten. Durch die großen Reisen, die junge Adlige und reiche Bürger in dieser Zeit unternahmen, wandelte sich die Verwendung von Gemmen und Kameen im frühen 19. Jahrhundert hin zu größeren Schmuckformen, welche in Stein, Muschel oder Vesuvlava geschnitten, klassische und begehrte Souvenirs aus Italien waren.

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Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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