Im Rausch der Moderne

Elegante Art Déco-Stabnadel mit Diamanten in Platin, 1920er Jahre

Die Jahre zwischen den Kriegen, die Jahre des Art Déco, waren eine wilde Zeit. Die Menschen in Europa und den USA waren mit zahlreichen einschneidenden Neuerungen konfrontiert: Das elektrische Licht setzte sich durch, der Film schuf seine Stars und Sternchen, die über die Ländergrenzen hinweg bewundert wurden. Das Automobil nahm Besitz von der Stadt und die Architektur wuchs mit einem Mal in den Himmel. Während auf sozialer und politischer Ebene die Spannungen stärker wurden und aus der Tiefe empor drängten, glänzte die Oberfläche in Film, Illustrierten und auf den Boulevards der Hauptstädte – noch – in einer glitzernden, verführerischen Weise: Wenn des Nachts die Filmpaläste, Kaufhäuser und Restaurants hell beleuchtet wurden, die Scheinwerfer der Autos Geschwindigkeit und Bewegung in die Städte brachten – dann erschien Mann und Frau die Welt dennoch neu, besser und modern. Die hier vorliegende Brosche leuchtet in der für die Zeit des Art Déco typischen Farbe Weiß. Ihr durchbrochen gearbeitetes Mittelfeld präsentiert sieben Diamanten im Altschliff in einer Reihe. Die Steine sind in der Größe gestaffelt und von mehr als 50 kleinen Diamanten im Rosenschliff umgeben. Feine gesägte Fugen gliedern die Oberfläche und geben der Brosche eine pulsierende Dynamik, die von den Rändern aus zur Mitte hin zu drängen scheint. Die Brosche ist aus Gold gefertigt und trägt eine Schauseite aus Platin. Ihre Form, die gestreckte Stabnadel, ist eine klassische Juwelenform der Epoche. Sie ist sehr gut erhalten.

Mit der Erfindung des Gaslichtes und dann des elektrischen Lichtes zum Ende des 19. Jahrhunderts erfüllte mit einem Mal gleißende Helligkeit die Ballsäle Europas. Kein dunkles, gelbes Kerzenlicht mehr, sondern das weiße Leuchten hunderter Lampen ließ den Schmuck der Damen glänzen und glitzern wie nie zuvor. Kein Wunder, dass in der Folge dieser Entwicklungen auch eine neue Mode entstand: Weißjuwelen aus Diamanten und Silber antworteten auf die neuen Lichtverhältnisse und lösten die bisherigen farbigeren Entwürfe ab. Überhaupt wurde der Schmuck zunehmend reicher mit funkelnden Edelsteinen ausgefasst, um ein immer luxuriöseres und reicheres Erscheinungsbild zu schaffen. Auf den großen Bällen in Paris, London und St. Petersburg wurden immer prachtvollere Diamantcolliers präsentiert, zudem Tiaren, Broschen und Ringe, allesamt Träume in weißen Diamanten. Der Name der Epoche, die Belle Époque, zeigt noch heute das Ziel dieser Zeit an: In Schönheit zu glänzen. Doch auch in den folgenden Dekaden blieb die Mode weißen Schmucks aktuell, bis hin zum Art Déco der 1920er Jahre. Allein die Materialien der Fassungen wandelten sich. Das schnell anlaufende Silber wurde zunächst durch Platinauflagen ersetzt und später durch Schmuck ganz aus Platin bzw. dem kurz vor dem Weltkrieg entwickelten Weißgold.

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Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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