Stern aus Glut

Eleganter, antiker Armreif mit böhmischen Granaten, um 1890

Seit Jahrhunderten schon werden Granate zu Schmuck ganz unterschiedlicher Art verarbeitet. In der Antike liebten die Kaiser Roms Schmuck aus hochkarätigem Gold, in das rotglühende Granate gesetzt waren. Große, kostbare Granate schmücken auch die farbenfrohen Colliers des Barock und des Rokoko. In Großbritannien erlebten Granate aus Indien in viktorianischer Zeit eine erneute Mode. Jene Form des Granatschmucks, die wir in Deutschland am häufigsten mit diesem Stein verbinden – Sterne und Blüten, die aus unzähligen, dicht an dicht gesetzten Granaten bestehen – entwickelte sich zur Mitte des 19. Jahrhunderts im kuk Kronland Böhmen. Der hier vorliegende Armreif ist ein typisches Beispiel dieser Granatmode, die bald auch Deutschland erreichte. Der Reif aus vergoldetem Tombak ist dabei über und über mit Granaten im Rosenschliff besetzt. Ein großer Stern ziert die leicht bombiert entworfene Schauseite des Reifs. Hier sind größere Granate eingesetzt, um die Sternform zu betonen. Im Innern des Reifs, der sich in seinem antiken Etui erhalten hat, ist eine zarte Gravur zu erahnen. Sie bewahrt die Initialen der Person, welche den Reiferstmals verschenkte: „H.L. 1890“. Wer dies einst war, wissen wir leider nicht mehr. Eine Ahnung seiner glühenden Liebe, die er mit diesem Armreif ausdrücken wollte, hat sich im Leuchten der Granate aber bis heute erhalten. Wir haben den Armreif im Schwäbischen entdeckt.

Seit Jahrhunderten schon werden Granate, diese verführerisch rotglühende Steine, zu Schmuck ganz unterschiedlicher Art verarbeitet. Heute assoziieren wir mit Granatschmuck hauptsächlich die typischen Sterne und Blüten des Historismus, dunkel glühend aufgefasst mit zahllosen tiefroten Granatrosen. Doch schon zuvor, bereits im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert war der Granat einer der beliebtesten Schmucksteine. Die Goldschmiede der Jahre von etwa 1780 bis 1820 etwa liebten Granate mit flacher Tafel und setzten sie in rückseitig geschlossene Fassungen vor rot eingefärbte Metallfolien, um so ihre reiche Farbe noch einmal zu verstärken. Zur Geschichte des Granatschmucks im 18. Jahrhundert vgl. Ginny Redington Dawas/Olivia Collings: Georgian Jewelry 1714-1830, Woodbridge 2007, S. 40–41. Zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurden dann vor allem in Großbritannien und Frankreich große Almandingranate im Cabochonschliff in Gelbgold zu wunderbaren Schmuckstücken gefasst. Die großen Steine vor allem aus Indischen Fundstätten passten zum Zeitgeschmack, der große, voluminöse Schmuckstücke in starken Farben liebte. Sehr schöneBeispiele für diese Mode finden sich bei David Bennet und Daniela Mascetti: Understanding Jewellery, Woodbridge 2010, S. 122, S. 124, S. 131, S. 132 ff. Jene Form des Granatschmucks, die wir heute am häufigsten mit diesem Stein verbinden – Sterne und Blüten, die aus unzähligen, dicht an dicht gesetzten Granaten bestehen – entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Kaiserin Elisabeth von Österreich (Sisi) bekam im Jahr 1854 auf ihrer Hochzeitsreise im Kronland Böhmen einige dieser Schätze der böhmischen Bergwerke geschenkt. Aus diesen Granaten ließ sich die Kaiserin eine ganze Parüre, also ein umfangreiches Schmuckset, herstellen und präsentierte sich im Glanz der Granate auf einem Hofball der Wiener Gesellschaft. Schon am nächsten Tag soll - so will es die Erzählung - ein wahrer Ansturm auf Schmuckstücke mit den Feuerdrachen ausgebrochen sein. Alle Damen Wiens wollten böhmischen Granatschmuck besitzen. Nicht vergessen sollte man zuletzt, dass der Granat in erstaunlich vielen Farb-Varietäten vorkommen kann. Die Spannbreite seiner Farben reicht vom tiefdunklem Rot der Pyropgranate aus den Fundstellen Böhmens bis hin zum strahlenden Grün der im Ural gefundenen Demantoid-Granate. Zu einer besonders schönen Variante dieses Edelsteins zählt der Almandin, der in einem Rotton mit einer feinen Beimischung von Blau überzeugt und so je nach Lichteinfach beinahe purpurn wirkt.

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Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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