Ein Geflecht der Freundschaft

Eleganter Haar Ring des Klassizismus in Gold & Haar, um 1795

Dieses Schmuckstück der Jahre kurz vor 1800 ist vermutlich in England entstanden. Ein breites Band aus rötlichem Gold hält in der Mitte eine Einlage aus geflochtenem blonden Haar unter einer gewölbten Scheibe. Ziemlich sicher handelt es sich bei diesem Ring um eine Freundschaftsgabe – denn das persönlichste Geschenk an einen lieben Menschen ist ja Haar als Teil des eigenen Körpers. Die Epoche des Klassizismus und des Biedermeier verehrte die Erinnerungskultur ebenso wie die Freundschaft und die Liebe und sehnte sich nach Frieden nach den Unruhen in Europa. Man schenkte sich kleine Gaben, um die Fäden romantischer Beziehungen zu spinnen, schrieb sich Briefe und Gedichte und las die Bücher Adalbert Stifters und Annette von Droste-Hülshoffs. Stendhal, der große französische Romancier des frühen 19. Jahrhunderts, überliefert in seinem Briefwechsel mit Balzac, dass auch Männer Schmuck aus menschlichen Haaren trugen. Als 1810, auf dem Höhepunkt der Herrschaft Napoleons, die eingeschüchterten Österreicher in St. Cloud mit Frankreich über ein Bündnis verhandeln mussten, konnte er beobachten, wie der österreichische Unterhändler Fürst von Metternich ein Armband aus Haar von Caroline Murat trug, der Schwester Napoleons. So konnte er seinen Willen zum Bündnis beider Länder auf subtile Weise ausdrücken, welches wenig später die Ehe Napoleons mit Marie-Louise von Habsburg, der ältesten Tochter des österreichischen Kaisers Franz I., besiegelte. Als Ironie der Geschichte verbündete sich die enttäuschte Caroline Murat wenig später mit Österreich gegen ihren Bruder – das Band aus Haar am Arm Metternichs verband beide somit noch weit mehr und länger, als diese wohl zuerst ahnten. (Vgl. Stendhal: Die Kartause von Parma, München 2007, Kommentar, S. 802.) Unser Ring - von Damen und Herren gleichermaßen tragbar, illustriert die Freundschaftskultur jener Jahre und er ist erstaunlich gut erhalten. Wir haben ihn aus einer Berliner Privatsammlung übernommen.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


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