Lichter der Großstadt

Elegantes Art Déco-Collier mit Diamanten & Saphiren, um 1930

Die wilden Jahre nach dem ersten Weltkrieg ermöglichten den Frauen in allen europäischen Staaten ein ganz neues Lebensgefühl. Nachdem sie während des Krieges erstmals in Industrie und Verwaltung, Handwerk und der Krankenversorgung im großen Stil mitgearbeitet hatten, gab es kein Zurück mehr an den Herd und in das Heim. Ein allgemeiner Aufbruch brachte in der Damenwelt neue kurze Frisuren, neue, körperbetonte Kleider und sogar neue, sinnliche Kosmetik mit sich. Ebenso umstürzend war die neue Musik der Zeit. Charleston, Foxtrot, Texas Tommy und zahlreiche weitere Tänze des Jazz und Swing brachten eine neue Freiheit und Körperlichkeit auch auf die Tanzfläche. Neuartiger Schmuck gehörte hier natürlich dazu und es überrascht nicht, dass eines der beliebtesten neuen Accessoires der 1920er Jahre die lange Kette wurde, welche sich mit dem Rhythmus der neuen Musik und den Bewegungen des Körpers mitbewegte und die Eleganz der Tänzerin noch unterstrich. Zu diesen langen Perlensträngen, Seidenbändern oder feinen Platinketten gehörten stets auch elegante Anhänger. Da hier anders als bei Ringen oder Armbändern keinerlei praktisch zwingende Formforgaben für Ihre Funktion galten, konnten die Schmuckentwerfer der Zeit ihre Ideen hier ganz besonders frei umsetzen. Es gibt daher wohl, neben der Brosche vielleicht, keine andere Art Schmuckstück, das die geometrische Expressivität des Art Déco so gut ausdrückt wie der Anhänger jener Jahre. Meist ist er gelängt, symmetrisch und von einer kühlen, diamantbesetzten Eleganz. Geometrische Grundformen, Zickzacklinien, abgetreppte Entwürfe, doch auch asiatische Einflüsse zeichnen die besten dieser Arbeiten aus. Der hier vorliegende Anhänger entspricht diesen Vorgaben. Aus Weißgold mit einer Schauseite aus Platin geschmiedet, fast er große, weiß funkelnde Diamanten, in einem geometrischen, kühl funkelnden Entwurf. Es sind Diamanten im sog. Übergangsschliff, einem frühen Brillantschliff, die hier in die Mittelachse des Entwurfes gesetzt sind. Zwei Reihen aus kalibriert geschliffenen Saphiren betonen diese mittlere Achse und schwingen nach unten leicht aus. So weitet sich der Entwurf nach unten hin und wirkt wie eine schwingende Quaste. Feine Sägefugen bilden ebenso geometrische wie exotische Ornamente. Funkelnde Millegriffes sowie weitere kleinere Diamanten bereichern den Entwurf zusätzlich. Der elegante Anhänger ist erstklassig erhalten. Die erneuerte Kette aus Platin ist filigran gestaltet und hält sich dezent zurück. Vgl. zur Geschichte der Art Déco Anhänger David Bennet und Daniela Mascetti: Understanding Jewellery, Woodbridge 2010, S. 314.

In den Jahren kurz vor 1890 gab es eine wahre Revolution im Bereich des Schmucks. Der Überfluss des Historismus in Form und Farbe erschien in ganz Europa als nicht mehr zeitgemäß. Die zunehmende Technisierung auch in der Schmuckherstellung hatte dieselben Formen immer und immer wieder wiederholt, bis sie zuletzt austauschbar und beliebig geworden waren. Die Juweliere bangten um ihre Existenz: Der Schmuckabsatz ging rapide zurück, eine neue Mode war nicht in Sicht! Zu Beginn des neuen Jahrzehnts war die Krise überwunden. Weißjuwelen waren die Lösung, die sich rasch durchsetzte. Statt vieler schlecht kombinierbarer Schmuckstücke konzentrierten sich die Damen nun auf wenige, aber dafür umso hochwertigere Objekte. Sie einte ihre gemeinsame Farbigkeit: Weiße Diamanten und Perlen erstrahlten in Fassungen aus Silber, später Platin und Weißgold. Die Entwürfe sind filigran und nehmen sich in ihrer Formensprache ganz zurück. Blätter, Ranken und leichte geometrische Formen bestimmten mit einem Mal das Bild, das bis eben noch Putten in großer Zahl bevölkert hatten. Der hier vorliegende Schmuck ist ein Stück dieser Mode, die bis in die ersten Jahre des Art Déco hinein aktuell blieb.

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