3×3 der Leichtigkeit

Elegantes Platin- & Diamant-Collier der Belle Époque, um 1910

Die Jahre kurz nach 1900 haben mit dem sogenannten „Garland Style“, dem „Girlandenstil“, eine Formsprache in die Welt des Schmucks gebracht, die dem Jugendstil eine klassischere, feinere Stilauffassung entgegensetzte. Anlehnungen an Formen des Louis XVI und feine Motive aus der klassischen Antike belebten einen Neoklassizismus, der kleine, zarte Lorbeerranken ebenso schätzte wie minutiöse Festons und Verzierungen mit winzigen Millegriffes. Ein besonders schönes Beispiel dieses Stils liegt hier vor. Ein einfacher Kreis ist mit je drei sich überkreuzenden Stegen gefüllt. In die sich so ergebenen neun Felder ist je ein funkelnder Diamant pendelnd eingehängt. Zarte Blüten und Blattmotive füllen die äußeren Bereiche am Übergang zwischen Gitter und Kreis. Drei Tropfen sind pendelnd an den Entwurf angehängt und nehmen das Spiel mit der Zahl „3“ ebenfalls auf. Es überrascht, dass das Schmuckstück vollständig aus Platin hergestellt ist, einem Material, dass erst in diesen Jahren überhaupt zur Herstellung vollständiger Schmuckstücke Verwendung fand. Zuvor hatten es die Goldschmiede (mit wenigen Ausnahmen wie Cartier in Paris) zumeist nur als Schauseite auf Arbeiten aus Gelbgold aufgebracht, da Platin teuer und schwierig zu verarbeiten war. Die gewünschte Feinheit der Stege und Dekorationen wie in dem hier vorliegenden Stück war jedoch in Gelbgold nicht umzusetzen, allein Platin bietet hierfür ausreichende Materialeigenschaften. So fanden in den letzten Jahren vor dem Krieg Material und Form noch einmal zu einem harmonischen Ganzen zusammen. Eine rückseitige Broschierung lässt den Entwurf als Brosche tragbar sein; an einer ebenso angebrachten Öse ist eine feine Weißgoldkette befestigt, sodass sich zugleich ein Collier mit feinem Anhänger ergibt. Im Kompendium von David Bennet und Daniela Mascetti: Understanding Jewellery, Woodbridge 2010, finden sich auf S. 281–285 zahlreiche Beispiele für Schmuckstücke in diesem Stil, die helfen, auch das hier vorliegende, sehr gut erhaltene Stück zu datieren.

Mit der Erfindung des Gaslichtes und dann des elektrischen Lichtes zum Ende des 19. Jahrhunderts erfüllte mit einem Mal gleißende Helligkeit die Ballsäle Europas. Kein dunkles, gelbes Kerzenlicht mehr, sondern das weiße Leuchten hunderter Lampen ließ den Schmuck der Damen glänzen und glitzern wie nie zuvor. Kein Wunder, dass in der Folge dieser Entwicklungen auch eine neue Mode entstand: Weißjuwelen aus Diamanten und Silber antworteten auf die neuen Lichtverhältnisse und lösten die bisherigen farbigeren Entwürfe ab. Überhaupt wurde der Schmuck zunehmend reicher mit funkelnden Edelsteinen ausgefasst, um ein immer luxuriöseres und reicheres Erscheinungsbild zu schaffen. Auf den großen Bällen in Paris, London und St. Petersburg wurden immer prachtvollere Diamantcolliers präsentiert, zudem Tiaren, Broschen und Ringe, allesamt Träume in weißen Diamanten. Der Name der Epoche, die Belle Époque, zeigt noch heute das Ziel dieser Zeit an: In Schönheit zu glänzen. Doch auch in den folgenden Dekaden blieb die Mode weißen Schmucks aktuell, bis hin zum Art Déco der 1920er Jahre. Allein die Materialien der Fassungen wandelten sich. Das schnell anlaufende Silber wurde zunächst durch Platinauflagen ersetzt und später durch Schmuck ganz aus Platin bzw. dem kurz vor dem Weltkrieg entwickelten Weißgold.

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Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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