Familien-Idyll

Erstklassige Muschel-Kamee: Ariadne & Bacchus in Gold, Italien um 1830

Eindrucksvoll plastisch und ausgesprochen detailreich zeigt sich die Kamee, die im Zentrum der vorliegenden Brosche aufwartet. Die ovale Gravur in Muschelschale zeigt wohlbekannte Gestalten der klassischen Mythologie, deren ungewöhnliches Leben Opern und Theaterstücke inspirierte und die durch die Zeitläufe auf zahllosen Kunstwerken abgebildet wurden. Dargestellt sind Ariadne, die Tochter des kretischen Königs Minos und Bacchus, der Gott des Weins und der Gelage. Bekannt ist Ariadne vor allem für die Hilfe, die sie dem attischen Helden Theseus bei der Bezwingung des Minotaurus und seiner Flucht aus dem berühmten Labyrinth leistete. Unsere außergewöhnliche Gemme zeigt die Königstochter jedoch bei einer anderen Episode ihres Lebens: Homer berichtet, dass Theseus mit Ariadne von Kreta nach Athen segelte, wo er vorhatte sie zu heiraten. Auf Grund nicht ganz nachvollziehbarer Beweggründe ließ der Held jedoch von seinem Vorhaben ab – und die schöne Frau schließlich allein auf der Insel Naxos zurück. Die verlassene und verzweifelte Ariadne fiel daraufhin am Strand der Insel in tiefen Schlaf. Dort wurde sie vom Weingott Bacchus, griechisch Dionysos, gefunden, der sich sogleich in ihre Schönheit verliebte und sie zur Gemahlin nahm. Fortan ist Ariadne die Anführerin der Gefolgschaft des Weingottes und tritt als solche bei den orgiastischen Kultumzügen des Gottes in Erscheinung, den sog. Bacchanalien. Als Frau des Bacchus sehen wir Ariadne hier dargestellt: Die beiden Hauptfiguren sitzen auf einer gemauerten Bank, der Weingott spielt mit einem Kind und hält ihm Weintrauben über den Kopf, nach denen der Knabe zu greifen versucht. Gemeint ist vermutlich Oinopion, der gemeinsame Sohn der Ariadne und des Dyonisos. Ariadne selbst trägt den Tysos-Stab und ein Panther ist ihr als Begleittier der Bacchanalien zugeordnet. Eine Urne auf einer Säule schließt die familiäre Szene nach rechts hin ab. In der Sammlung des polnischen Prinzen Stanislas Poniatowski, befindet sich eine Gemme, die ebenfalls Ariadne und Bacchus zeigt und ganz ähnlich aufgebaut ist. Unser Stück ist vermutlich nach diesem berühmten Stück geschnitten worden und bereichert die Szene um weitere Details. (Vgl. L´antica maniera. Zeichnungen und Gemmen des Giovanni Calandrelli in der Antikensammlung Berlin, Köln 2005, Tafel 12, S. 148.) Die Gemme, die aufgrund ihres Schnitts und der Goldfassung in die Jahre um 1830 datiert werden kann, besteht aus zweifarbiger Muschelschale. Das Motiv hebt sich weiß vor dem durchscheinenden lachsfarbigen Hintergrund ab. Eine aufwändige Rahmung aus Gold hält die Gemme. Das wunderbar erhaltene Schmuckstück ist in den Jahren um 1830 vermutlich in Italien entstanden und ein kleines Meisterwerk, dessen exzellente Ausführung sofort beeindruckt.

Die Lust, feine und kostbare Gemmen zu sammeln und zu besitzen verbindet alle Zeiten von der Antike bis zur Gegenwart. Schon die „Alten“ (nach Goethes Diktum) sammelten in Stein geschnittene Bildnisse berühmter Männer, Darstellungen der Götter und Szenen aus der Mythologie. Alle späteren Generationen hielten diese Werke in Ehren: Im Mittelalter wurden sogar kostbare Reliquienbehälter zu Ehren der christlichen Heiligen mit diesen kleinen Darstellungen der antiken Götter geschmückt. Mit der Neuentdeckung der Antike in der Zeit der Renaissance erlebten auch Gemmen und Kameen neue Beachtung: Mit einem Mal entstand ein richtiggehender Sammlermarkt und die stets raren antiken Stücke reichten kaum aus, um die Nachfrage zu stillen. Kein Wunder also, dass auch zahlreiche neue Gemmen gefertigt wurden, teilweise von den berühmtesten Künstlern der Zeit. Dabei wurden die neu geschaffenen Objekte teilweise den verehrten alten Stücken gleichgestellt und keinesfalls also mit der Absicht der Fälschung hergestellt (obwohl auch dies natürlich vorkam). In den Jahren um 1800 schließlich wiederholte sich die Geschichte aufs neue. Erneut wurden Gemmen gesammelt, die berühmte Sammlung Fürst Poniatowskis in Rom etwa entstand in diesen Jahren. Auch sie enthielt wiederum antike Gemmen neben neu entstandenen Stücken, die als Ergänzung der Bildwelten und Komplettierung der Sammlung gedacht waren.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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