Gigantisch!

Exquisite Muschelgemme der Gigantomachie in Goldfassung, Neapel um 1845

Gegen ihn haben sie keine Chance: Trotz ihres furchterregenden Äußeren, ihrer muskulösen Körper und den grauenhaft anzuschauenden Schlangenbeinen, können die Giganten gegen Zeus nicht bestehen. Das Blitzbündel in der Hand, mit dem er die Ungeheuer zerschmettern wird, lenkt er seine Streitwagen in die Schlacht. Hoch bäumen sich die vier feurigen Rösser, um die am am Boden liegenden Riesen zu zertrampeln. Die vorliegende Muschelgemme aus den Jahren um 1845 zeigt diese Szene in detailreichem Schnitt. Es handelt sich um eine Darstellung der sogenannten Gigantenschlacht oder Gigantomachie. Von ihrer Mutter Gaia angestachelt, hatte das Geschlecht der Giganten versucht, die Olympischen Götter zu vertreiben. Ihr Kampf sollte symbolisch den Aufstand der chaotischen, ungebärdigen und ungesetzlichen Unordnung gegen Recht, Ordnung und Gesetz versinnbildichen. Seit der Antike war die Schlacht ein beliebtes Motiv der abendländischen Kunst. Die wohl berühmteste Darstellung findet sich auf dem Fries des Pergamonaltars, der heute das Prunkstück der Berliner Museumsinsel ist. Unsere Gemme bezieht sich ebenfalls auf ein antikes Vorbild: Bis ins Detail folgt sie einer hellenistischen Gemme des 3. vorchristlichen Jahrhunderts aus der Hand des griechischen Gemmenschnitzers Athenion, die seit 1817 im Nationalmuseum von Neapel aufbewahrt wird, -> vgl. hier. Seit dem 16. Jahrhundert lässt sich sich im Besitz zuerst der Orsini, dann der Farnese nachweisen. Wir bilden anbei eine Umzeichnung der Gemme aus dem frühen 19. Jahrhundert ab. Auch unsere Gemme ist in Neapel entstanden, war doch die Region am Fuße des Vesuv das unbestrittene Zentrum der Gemmenschneiderei. Wunderbar ist es dem ausführenden Künstler gelungen, die Szene aus zweifarbiger Muschelschale zu schneiden und die Dramatik der Szenerie einzufangen. Die ovale Gemme wird von einer aufwändigen Fassung aus Gelbgold gehalten. Ihre Formensprache mit voluminösen Blattornamenten ist dem späten Biedermeier zuzuordnen. Die Gemme ist sehr schön erhalten – wunderbares Sammelstück und tragbares Kunstwerk in einem.

Antike Gemmen und Kameen zu besitzen war über Jahrhunderte der Anspruch beinahe aller großen kunstgewerblichen Sammlungen und Wunderkammern, vom Grünen Gewölbe in Dresden angefangen über die Schatzkammer Rudolf II. bis hin zu großen privaten Sammlungen wie die des Baron von Stosch in späterer Zeit. Das 18. und 19. Jahrhundert brachte zahlreiche große Abdrucksammlungen antiker Siegelsteine und Gemmen hervor, die die antike Bildsprache der antiken Glyptik beinahe in ihrer Gesamtheit darstellen konnten, waren sie doch auch Ausdruck einer humanistischen Bildung. Oft waren Figuren des olympischen Götterhimmels oder mythologische Szenen das Thema der Darstellungen. In besonderem Maße wichtig für die Vermittlung von Stein- und Muschelschnitten nördlich der Alpen waren seit jeher Italienreisende, die Abdrücke und geschnittene Steine sowie gravierte Muscheln von ihren Bildungsreisen nach Hause brachten um sich an den Gecschichten, die die Muschelschalen erzählen konnten zu erfreuen. Die Kunst des Gemmenschneidens hat bis heute in Italien, besonders in der Bucht von Neapel erhalten, wo sie von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Heute ist die Scuola dei Cammei in Torre del Greco die weltweit einzige groß angelegte Ausbildungsstätte für Gemmenschneider in Italien, wobei sich jedoch leider die mythologische Themenwelt verloren hat.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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