Beim Barte des Zeus

Antike Muschelgemme des Göttervaters in Gold-Brosche, um 1870

Gemmen des 19. Jahrhunderts sind eine Klasse für sich. Während in den Jahrhunderten davor antike Gemmen und Kameen in Kunstkammer-Kabinetten verwahrt wurden und nur von wenigen, privilegierten Personen bewundert werden konnten, wurden Steinschnitte mit klassischen Motiven in dieser Epoche neu hergestellt um als Schmuckstücke getragen und bewundert zu werden. Als kleine, gut transportierbare Reliefs mit Motiven der klassischen Antike, die man vormals nur aus Museen oder bekannten Sammlungen kannte, zeugten sie von Geschmack und Bildung ihrer Trägerinnen. Viele dieser im 19. Jahrhundert entstandenen Schmuckstücke haben eine ausgesprochen hohe Qualität, wie diese Brosche unter Beweis stellt. Der Klassizismus des frühen 19. Jahrhunderts hatte ja alle Leistungen der Antike in Literatur und Architektur, Wissenschaft und Kunst zum Ideal erhoben. So entstand auch unsere Brosche, um dieser Bewunderung der Antike Tribut zu zollen. Die ovale Arbeit mit einer exzellent geschnittenen Muschelgemme zeigt den Kopf des Göttervaters Zeus im Dreiviertelprofil. Zeus war der mächstigste Gott der klassischen Antike, allein dem unberechenbaren Schicksal hatte er sich zu beugen. Sein Antlitz in unserer Gemme ist klassisch schön, mit markantem Profil und voll jugendlich männlichem Charme mit lockigem Vollbart, wie er heute wieder gern getragen wird. Reich wallt das leoninische Haar um sein Haupt; fein und detailliert dargestellt sind seine Locken und jeder seiner Züge. Ein doppelter Kranz aus Eichenlaub schmückt den göttlichen Kopf. Geschickt nutze der ausführende Künstler eine Wölbung der Muschelschale um der Darstellung eine hohe Dreidimensionalität zu verleihen. Besonders schön bei dieser Kamee ist die klare Trennung zwischen dem Cremeweiß des Bildnisses und dem dunkleren Grund der polierten Muschelschale. Der wohl neapolitanische Gemmenschneider der 1870er Jahre orientierte sich bei der Darstellung des Göttervaters ganz offensichtlich an einem antiken Vorbild, wie sie sich in den berühmten Antikensammlungen der Stadt in großer Zahl fanden. Die hochkarätig goldene Fassung der Muschel, die sie als Brosche tragbar werden lässt, ist aus hochkarätigem Gelbgold geschmiedet. Eine zusätzliche Feuervergoldung verleiht ihr einen satten Goldton. Eine umlaufende Belötung zeigt das der ebenfalls der Antike entlehnte Motiv des Lorbeerkranzes. Die Formgebung des Schmuckstücks, die dem Formvorrat des sog. „archäologischen Stils“ verpflichtet, lässt das Stück auf die Jahre um 1870 datieren.

Muschelgemmen mit mythologischen Motiven entstanden vor Allem im 19. Jahrhundert in Italien besonders für die Reisenden auf einer Grand Tour. Diese sog. Kavalierstour, welche hier die Bildung der Reisenden vervollkommnen sollte, führte zu den antiken Bauwerke, in die Kunstsammlungen Roms und Neapels und die frühen Touristen brachten von ihrer Reise kleine Souvenirs mit über die Alpen, die von den Erlebnissen der italienischen Reise künden sollten.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.