Mit Argos’ Augen

Antike Kamee mit Hera und Pfau als Anhänger, um 1820 und später

Die Götter der Antike lebten zwar entrückt in den Spähren des Olymp, jedoch waren sie durchaus zu ganz weltlichen Gefühlen fähig. Rache, Hass und Zorn gehörten dazu, aber auch Liebe und Verlangen. So führte sie ihr Weg häufig in irdische Gefilde, wo sie das Leben der Sterblichen gehörig durcheinanderbrachten. Vor allem der Göttervater Zeus war für seine vielen amourösen Abenteuer bekannt – und seine Gattin, Hera, wachte eifersüchtig über die Fehltritte ihres Gatten, was mitunter zu einigen Verwicklungen führte. Eine Geschichte berichtet von der liebreizenden Io, welche Zeus in eine Kuh verwandelte, um seine Liaison vor Hera zu verbergen. Die jedoch kam dahinter und schickte den Argos, ein hundertaugiges Ungeheuer, um Io zu bewachen. Zeus wiederum sandte Hermes, um Argos zu töten und Io zu stehlen. Woraufhin Hera die Augen des Argos dem Pfau auf sein Federkleid legte, der sie bis heute trägt. Hera und ihr vieläugiger Begleiter sind auch auf der hier vorliegenden Lagenstein-Kamee zu sehen. Die schöne Göttin thront auf der rechten Seite und blickt dem Pfau entgegen, der links mit aufgefächertem Rad dargestellt ist. Es its ein stummes Zwiegespräch, das beide führen, von Liebe und Leid, Schönheit und Grauen. Die Kamee ist in Gold gefasst. Der schmale, elegante Rahmen ist wie die Geme selbst in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts entstanden. In späterer Zeit wurde dann der Kranz aus Perlen hinzugefügt und das Schmuckstück mit einer Öse versehen. So ist es nun als Anhänger zu tragen, als Ausweis klassischer Bildung, als Hinweis auf die Folgen der Lust und die Kapriolen der Liebe.

Antike Gemmen und Kameen zu besitzen war über Jahrhunderte der Anspruch beinahe aller großen kunstgewerblichen Sammlungen und Wunderkammern, vom Grünen Gewölbe in Dresden angefangen über die Schatzkammer Rudolf II. bis hin zu großen privaten Sammlungen wie die des Baron von Stosch in späterer Zeit. Das 18. und 19. Jahrhundert brachte zahlreiche große Abdrucksammlungen antiker Siegelsteine und Gemmen hervor, die die antike Bildsprache der antiken Glyptik beinahe in ihrer Gesamtheit darstellen konnten, waren sie doch auch Ausdruck einer humanistischen Bildung. Oft waren Figuren des olympischen Götterhimmels oder mythologische Szenen das Thema der Darstellungen. In besonderem Maße wichtig für die Vermittlung von Stein- und Muschelschnitten nördlich der Alpen waren seit jeher Italienreisende, die Abdrücke und geschnittene Steine sowie gravierte Muscheln von ihren Bildungsreisen nach Hause brachten um sich an den Gecschichten, die die Muschelschalen erzählen konnten zu erfreuen. Die Kunst des Gemmenschneidens hat bis heute in Italien, besonders in der Bucht von Neapel erhalten, wo sie von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Heute ist die Scuola dei Cammei in Torre del Greco die weltweit einzige groß angelegte Ausbildungsstätte für Gemmenschneider in Italien, wobei sich jedoch leider die mythologische Themenwelt verloren hat.

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