Pforzheimer Eleganz

Exquisites Jugendstil-Collier mit Amethyst, Franz Boeres für Theodor Fahrner, um 1905

In den Jahren um 1900 bereicherten die Formen des Jugendstil die Kunst und das Kunstgewerbe. Ausgehend von Frankreich bildeten sich in ganz Europa schnell Zentren heraus, deren Ausprägung des neuen Stils jeweils andere Wege ging. Während in Frankreich die Schule von Nancy die Richtung wies und florale Motive in spektakuläre neue Kunstformen überführt wurden, bildete sich in Wien die Wiener Werkstätte mit einer strengeren Auffassung der Ornamente und es entstanden Gesamtkunstwerke, die beinahe jeden Bereich des menschlichen Lebens beeinflussen wollten. Dass der Jugendstil auch im damaligen Königreich Baden verbreitet war, zeigt das hier vorliegende, elegante Collier. Die Stadt am Fuße des Schwarzwaldes war das unbestrittene Zentrum der deutschen Schmuckherstellung. Seit dem 16. Jahrhundert waren in Pforzheim Goldschmiede tätig, deren Traditionen und Fachwissen bis heute die Grundlage des Schmuckschaffens der örtlichen Hersteller darstellt. Besonders eine Manufaktur bestimmte in Jugendstil und Art Déco die Pforzheimer Szene: Die Manufaktur von Theodor Fahrner in der Luisenstraße. Fahrner engagierte zahlreiche begabte Künstler, welche für ihn Schmuck in Gold und Silber entwarfen, die dann in der Manufaktur umgesetzt wurden. Heute sind die Schmuckstücke der Firma Theodor Fahrner in Pforzheim sind gesuchte Sammlerstücke. Einen guten Überblick über das Gesamtwerk gibt der umfangreiche Katalog Theodor Fahrner. Schmuk zwischen Avantgarde und Tradition, hg. von Brigitte Leonhardt und Dieter Zühlsdorff, Stuttgart 2005. Das hier vorliegende Collier stammt aus den Werkstätten Fahrners, wie die rückseitigen Marken verraten. An einer zarten Kette ist ein großer mehrteiliger Anhänger fest montiert. Zwei aus emaillierten Blumen gebildete Dreiecke halten einen ebenso emaillierten weißen Ring. Von diesem hängt in einer außergewöhnlichen Staffelung der Elemente ein großer weiterer Anhänger herab. Zwei Dreiecke mit feinen weißen Emaillierungen wirken wie feine Spitze. Ein schöner, funkelnder Amethyst ist in die Mitte des Entwurfes gesetzt und fügt einen farbigen Blickpunkt hinzu. Die Formensprache des Colliers, die Freude an der Symmetrie, welche sich mit besonderer Finesse der Einzelformen kombiniert und ebenso die schöne, stimmige Farbigkeit des Stückes legen als Entwerfer des Colliers Franz Boeres nahe, der ab 1903/04 für Theodor Fahrner arbeitete. Boeres hatte an der Zeichenakademie in Hanau studiert und war als Innenausstatter, Möbelentwerfer (u.a. für die Villa von Robert Bosch) und Bildhauer tätig. Seine Entwürfe für Fahrner sind ein bedeutender Teil seines Schaffens, auch, da er mit ihnen besonderen Erfolg beim Publikum erfuhr. Gleich mit den ersten von ihm entworfenen Fahrnerschmuckstücken war Boeres sogar auf der Weltausstellung in St. Louis vertreten. Das Collier hat sich in der Verkaufsbox des Juweliers Hempel aus Halle an der Saale sehr gut erhalten. Wir haben es im Pfälzischen erwerben können. Weitere Arbeiten Boeres’ finden sich im oben genannten Katalog auf S. 85–88.

Nichts wandelt sich so schnell wie die Mode. Was in der einen Saison das „must have“ ist, ist im nächsten Jahr schon kaum noch zu tragen. In den hitzigen Jahren nach dem ersten Weltkrieg war das nicht anders als heute. In den 1920er und 30er Jahren wandelten sich Kleider, Mänten, Hüte und Frisuren in einer Geschwindigkeit, die uns heute noch erstaunt, wenn wir die zeitgenössischen Kataloge und Illustrierten durchblättern. Im Bereich des Schmucks schlug sich dieser Wandel natürlich auch nieder. Doch ebenso nachvollziehbar ist, dass Schmuck aus kostbaren Materialien nicht jede dieser Moden mitmachen konnte. Zu groß die Investitionen, als dass jedes Jahr neue Sets aus Ringen, Broschen, Ohrringen möglich gewesen wären. Diese Aufgabe übernahm in dieser Zeit erstmals der Modeschmuck. In Frankreich zuerst, dann auch in Deutschland, England und den USA wurde Modeschmuck zum Ende der 1920er Jahre zu einem wesentlichen Bestandteil der Garderobe der modebewussten Frau. Auch jener, die sich echte Diamanten leisten konnten. Firmen wie Jakob Bengel und Theodor Fahrner in Deutschland oder die Entwürfe von Coco Chanel in Paris trieben diese immer wildere Jagd nach dem Schönen voran.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


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