Ohrringe der Goethezeit

Fabelhafte antike Ohrringe mit 1,10 ct Altschliff-Brillanten, Deutschland um 1800

Du hast Diamanten und Perlen, Hast alles, was Menschenbegehr, Und hast die schönsten Augen – Mein Liebchen, was willst du mehr? (Johann Wolfgang von Goethe) Schmuckstücke der Goethezeit sind heute selten geworden, denn sie bestehen häufig aus wenig kostbarem Edelmetall oder sind den Weg gegangen, den die meisten Stücke gehen wenn sich Moden ändern: Den der Umarbeitung oder Einschmelzung. So freuen wir uns besonders über die hier vorliegenden Ohrringe mit etwa 220 Jahren Geschichte! Zwei individuell geschliffene, leicht unterschiedliche Altschliff-Diamanten mit einem Gesamtgewicht von etwa 1,10 Karat nehmen unsere Blicke gefangen und entführen uns in die Jahre um 1800. Die Diamanten sitzen in zeittypischen Spiegelfassungen aus patiniertem Silber. Goldene Ohrhaken, vorn einhängbar, machen das Paar tragbar. Diese Spiegelfassungen, die bereits das 18. Jahrhundert liebte, weil sie die verwendeten Edelsteine noch größer erscheinen lassen, bestehen aus geböschten Rahmen aus glänzend poliertem Silber und umgeben die Diamanten mit all der Kraft ihrer Reflektionen. Vor allem aber werden durch diese raffinierte Art der Fassung die leichte Größenunterschiede der individuell geschliffenen Brillanten nahezu unsichtbar. Ein Ohrbügel wurde offenbar einmal ersetzt, er ist etwas kleiner als der andere, originale. Doch lassen gerade diese Bügel Rückschlüsse auf das Alter zu, weshalb wir uns entschieden haben sie nicht zu ändern. Dieser Ohrringtyus ware dazu gedacht allein oder mit großen Anhängern getragen zu werden, die in die Bügel eingehängt werden konnte. Dieses aus Frankreich kommende Ohrringsystem ermöglichte den Damen jener Zeit für den Abend opulente Ohrhänger zu tragen und für weniger festliche Anlässe eine kleinere, zurückhaltendere Version Ohrringe zu besitzen – die Oberteile nämlich. Ob sich zu unserem Paar einmal ein opulentes Anhänsel gesellte wissen wir nicht, doch ist das Paar auch so von hoher Eleganz. Zur Datierung vergleichen Sie ähnliche Paare in Ginny Reddington Dawes/Olivia Collings: Georgian Jewellery 1714–1830, Woodbridge 2007, auf S. 33 und 76.

In der Antike wurden Diamanten vor allem für ihre unvergleichliche Härte geschätzt. Als Symbole unbesiegbarer Stärke war ihre Schönheit bestenfalls zweitrangig. Tatsächlich erscheinen die frühen Diamanten dem modernen Auge überhaupt nicht attraktiv. Mittelalterliche Schlifftechniken erlaubten ebenfalls keine spektakulären Lichtreflexe und die verbreiteten Tafelschliffe brachten nur Helligkeit und Farbe der Steine zur Geltung. All das änderte sich im Verlauf des 17. Jahrhunderts. Der Adel des Barock entwickelte eine Vorliebe für glitzernde Edelsteine. Besonders populär waren Diamanten im Rosenschliff, deren vielfältige Facetten das Kerzenlicht wunderbar reflektieren. In der Mitte des Jahrhunderts entwickelte sich ein erster, früher Brillantschliff, der nach dem einflussreichen Kardinal Jules Mazarin als Mazarinschliff bezeichnet wird und sich durch eine Krone mit 17 Facetten auszeichnet. Bereits gegen Ende des Jahrhunderts wurden diese Diamanten dann durch eine neue Form abgelöst, der nach seinem Erfinder als Peruzzi-Schliff benannt ist. Vincenzo Peruzzi war ein Edelsteinschleifer aus Venedig, der die Krone der Diamanten um zusätzliche Facetten auf insgesamt 33 erhöhte und so das Feuer der Steine enorm steigerte. Diese frühen Brillanten waren jedoch, was Anzahl und Form der Facetten angeht, nicht standardisiert. Jeder Stein wurde so geschliffen, dass möglichst viel Substanz erhalten bleiben konnte. Neue Diamantvorkommen in Brasilien führten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dann zu einer Schliffform, die als Old Mine Cut bekannt wurde. Diese Diamanten ähneln bereits sehr unseren heutigen Vollschliff Brillanten, doch sollten noch einige Generationen stetiger Verbesserung der Schlifftechnik nötig sein, bis aus dem Old Mine Cut zunächst der Altschliff, und schließlich in den 1940er Jahren der moderne Vollschliff wurde.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


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