Mit Hundeblick

Fabelhafte Gold-Nadel mit Essex Crystal eines Border Terriers, England um 1890

Der Engländer neigt mitunter zu Eigenarten, die ihn in den Augen der Festlandeuropäer meist liebenswert erscheinen lassen. Manche Dinge werden zu wahren Passionen ausgebaut: So gibt es kaum ein Volk, das so exzessiv Gärten anlegt, Teppichböden in Badezimmern verlegt oder witzig aussehende Hunde liebt. Ein ganz besonderes geliebtes Kerlchen englischen Ursprungs sehen wir hier auf einer Nadel der 1890er Jahre vor uns. An ihrer Spitze nimmt ein sogenannter „Essex Crystal“ den Blick des Betrachters gefangen. Die Darstellung ist von hinten in der Art eines Intaglio in einen Bergkristall geschnitten und wird anschließend bemalt. Wir sehen in dem kreisrunden Cabochon den Kopf eines kleinen Border Terriers mit hängenden Ohren. Der Hund mit grau-meliertem Fell trägt schaut uns mit einem wunderbaren Hundeblick entgegen, etwas grimmig und skeptisch liebenswert. Es ist anzunehmen, dass hier eine etwas exzentrische Lady oder ein Gentleman ihren Liebling in diesem seltenen Medium porträtieren lies um ihn immer ganz nah bei sich tragen zu können! Meisterlich ist es dem ausführenden Meister gelungen, die Physiognomie und den aufmerksamen Charakter des Tieres einzufangen. Die Darstellung ist zudem mit einer Goldplatte hinterlegt, um die dreidimensionale Wirkung der plastischen Schnitte noch zu erhöhen. Genauestens sind Details des Fells zu erkennen und durch den tiefen Schnitt zeigt sich im Kristall sogar ein echtes Schattenspiel der Figur. Der Essex-Kristall ist in hochkarätiges Gold gefasst, die Formensprache der Fassung und ihre Details lässt uns das Stück in die 1890er Jahre datieren. Die Nadel ist perfekt gearbeitet und hat in ihrer originalen Box die Zeitläufe hervorragend überstanden.

Die genauen Ursprünge des Essex Crystal sind unbekannt; erstmals beobachten lassen sich entsprechende Schmuckstücke jedoch seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in England. Bevorzugt wurden hier Hunde, Katzen, Pferde und Jagdmotive dargestellt. Die handwerklichen Fähigkeiten die nötig waren um den lebensnahen Realismus der Abbildungen zu erreichen waren enorm. Die kleinen Porträt-Miniaturen wurde mit Hilfe einer Reihe von Techniken und Schritten erzeugt. Zu Anfang wird ein klaren Bergkristall oder ein Stück Glas zu einem Cabochon geschliffen, mit einer gewölbten Vorderseite und einer flachen Rückseite. Sodann wird das Motiv als negativ Form oder Intaglio in die Rückseite geschnitten um den erwünschten dreidimensionalen tromp l’loeil-Effekt zu erreichen. Die so entstandene Abbildung wird nun in mühsamer Handarbeit ausgemalt, bei der selbst kleinste Details mit bewunderungswürdiger Naturtreue wiedergegeben werden. Schließlich wird die Darstellung mit einen dünnen Hintergrund z. B. aus Perlmutt versehen und der Kristall dann zu einem Schmuckstück gefasst.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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