Victorian Novelty

Farbenfrohe Salamander-Brosche mit Diamanten & Demantoiden, um 1900

Sog. „novelty jewellery“ in Tierform war der letzte Schrei der spätviktorianischen Zeit. Schmetterlinge, Bienen und Libellen setzten sich auf die Krägen und Dekolletees der Damen, und auch Spinnen, Fledermäuse und Salamander durften auf Seiden und Spitzen, am Dekolleté oder am Handgelenk Platz nehmen. Reich besetzt mit Edelsteinen und selten einfarbig, meist in bunter Fülle aus Diamanten, Rubinen, Smaragden und Saphiren, blieben diese Schmuckstücke bis in die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts stets nachgefragt. Die vorliegende Brosche in Form eines Salamanders zeigt sich nicht nur in ihrer Form auf der Höhe der Mode, sondern ebenfalls in ihrem Besatz: Bei den leuchtend grünen Edelsteinen, welche den Leib des Tierchens schmücken, handelt es sich um seltene Demantoide, eine grüne Varietät des Granats. Erstmals wurden die kostbaren Steine Mitte des 19. Jahrhunderts im Ural gefunden und zunächst unter dem Namen „Ural-Smaragd“ bekannt. Insbesondere gegen Ende des Jahrhunderts wurde er begierig von Goldschmieden und Publikum aufgegriffen: Nicht nur Fabergé schuf kleine Kunstwerke mit dem leuchtend grünen Stein, auch weitere europäische Schmuckmacher folgten. Schon der Name der Demantoide verrät, dass sie aufgrund ihrer ungewöhnlich hohen Lichtdispersion einen diamantähnlichen Glanz besitzen. Und so sind die Steine hier auch neben Diamanten im Altschliff gefasst, denen sie in Leuchtkraft nicht nachstehen. Anstatt miteinander zu konkurrieren, ergänzen sich die Steine, heben einander in ihrer Wirkung hervor. Sie sind zeittypisch in Silber gefasst, das sich farblich zurücknimmt. Eine Verbödung und Nadel aus Gold verhindern jedoch, dass das Silber auf der Kleidung abfärben kann. Die Brosche entstand in der Zeit um 1900 und zeigt sich als besonders kostbare Ausführung eines Novelty-Schmuckstücks in lebhafter Farbigkeit. Zu uns fand das fabenfrohe Tierchen aus London. Ähnliche Salamander-Broschen, ebenfalls mit Demantoiden besetzt, sind abgebildet in David Bennet und Daniela Mascetti: Understanding Jewellery, Woodbridge 2010, S.236.

Im späten 19. Jahrhundert entstand eine neue, nie zuvor gesehene Art von Schmuckstücken: Sogenannte „Novelty Jewellery“ sorgte durch neue, überraschende und bis dato undenkbare Formen und Materialzusammenstellungen für Furore. Sinn und Zweck dieser Stücke war es, in Gesellschaft für Anknüpfungspunkte zum Gespräch zu sorgen. Bei Geburtstagsfeiern konnte eine Brosche mit dem Geburtsjahr der oder des Gefeierten eine sympathische Geste sein, bei gemeinsamen Ausflügen zur Jagd eine Fuchsbrosche dem Rahmen entsprechend die Garderobe ergänzen. Sogar durch Batterien aus den Augen leuchtende Totenschädel wurden angeboten, um bei einer Dinnerparty einen makabren, aber doch heiteren Akzent zu setzen. Dabei handelte es sich bei den Schmuckstücken nicht ausschließlich um Modeschmuck. Viele Stücke waren natürlich für den einmaligen Gebrauch konzipiert und aus preiswerten Materialien hergestellt. Die immer weiter fortgeschrittene Industrialisierung auch im Schmuckbereich erlaubte mit einem mal die massenweise Herstellung von vergoldeten und auch nur goldfarbenen Broschen und Anhängern. Doch auch namhafte Goldschmiede schufen kleine Novelty-Stücke aus kostbaren Metallen, besetzt mit edlen Steinen, denn die Mode des Kuriosen, Überraschenden und Heiteren lebte in allen Schichten der Gesellschaft: Tatsächlich nahm die königliche Familie in Großbritannien hier sogar eine Vorreiterrolle ein - und setzte mit ihrem Juwelengebrauch den Maßstab, an dem sich ihre Untertanen dann messen lassen wollten. Mehr zu diesem spannenden Thema erfahren Sie bei Charlotte Gere / Judy Rudoe: Jewellery in the Age of Queen Victoria, London 2010, S. 190–247.

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