Der Stadt und dem Erdkreis

Feine Mikromosaik-Brosche aus Rom, um 1840

Ein exquisites Schmuckstück aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, ein Andenken von einer Grand Tour durch Italien möchten wir Ihnen hier vorstellen. In einer schlichten Fassung aus 14-karätigem Gold präsentiert die Brosche ein rechteckiges Mikromosaik mit der wohl berühmtesten Sehenswürdigkeit und Pilgerstätte der Stadt Rom: Dem Petersdom mit den Kollonaden des Bernini. In schwarzer Obsidianglas-Rahmung blicken wir von einem leicht erhöhtem Standpunkt aus auf den Petersdom, mit seinem davor liegenden Platz . Rechts im Hintergrund sehen wir den Papstpalast und mittig, einen großen Schatten werfend, den antiken Obelisten. In dessen Spitze wird der Sage nach die Asche Caesars aufbewahrt. Zudem gewährt der Besuch des Obelisken Indulgenza plenaria, also ewigen Ablass, wenn man ihn berührt. Da wir den Petersplatz zudem noch ohne die in den 1850er Jahren installierte Gasbeleuchtung sehen, die in großen Kandelabern um den Obelisken herum gruppiert wurde, können wir das Mosaik sicher in die erste Jahrhunderthälfte datieren. Aus winzigen Glassteinchen gelegt, farblich fein abgestuft und ausgesprochen detailreich, begeistert die Darstellung bis heute uneingeschränkt - Mikromosaike wie dieses waren immer begehrte Kunstkammerstücke und Sammelobjekte, die nicht nur handwerklich begeistern sondern zudem immer auch Ausweis einer gewissen Kennerschaft waren. In einer Zeit ausgeführt, in der eine Italienreise ein kleines Vermögen kostete und die Ansichtskarte für die lieben Daheimgebliebenen noch nicht erfunden war, waren Souvenirs wie dieses genau das, was wohlhabende Reisende in Rom erwarben. Neben Stichen Piranesis und originalen römischen Antiken bzw. deren Gipsabgüssen, entwickelte sich das Mikromosaik zum must-have des 18. und frühen 19. Jahrhunderts, der Epoche der großen Bildungsreisen. Vgl. Sie die entsprechenden Mosaike mit Darstellungen des Petersplatzes bei Robert Grieco und Arianna Gambino: Roman Mosaic, Mailand 2001 auf Seite 145, aus verschiedenen römischen Sammlungen.

Der Ursprung der Kunst des Mikromosaiks liegt im Rom. Hier, genauer im Vatikan, bestand seit dem 16. Jahrhundert eine Werkstatt für Mosaike aus Glassteinen. Zunächst um die im Petersdom aufgestellten Altargemälde in dauerhafter Form gegen Kerzenruß, Feuchtigkeit und Dreck zu schützen, welche die vielen Pilger in die Kirche brachten. Später, nachdem diese Aufgabe dann abgeschlossen war, entstanden weiterhin Gemäldekopien sowie Landschaftsdarstellungen in Gemäldegröße. Die Idee, diese letztlich antike Technik auch für Schmuckstücke und zur Dekoration kunstgewerblicher Gegenstände zu nutzen, entstand zum Ende des 18. Jahrhunderts. Im Rahmen der Grand Tour erreichten zahllose Reisende aus Nordeuropa die Stadt und erzeugten eine große Nachfrage nach Souvenirs. Nicht zuletzt um diesen Markt zu bedienen, entstand eine ganz neue Kunstform: Mikromosaike sind klein und transportabel und eigneten sich daher ganz besonders dazu, mit in die Heimat im Norden genommen zu werden. Da sie außerdem meist die Schönheiten Roms oder Motive aus der Antike zeigen, verwundert ihr Erfolg als Reiseerinnerung kaum. Die „Erfindung“ des Mikromosaiks verbindet sich vor allem mit Giacomo Raffaelli und Cesare Aguatti, welche um das Jahr 1775 herum diese Technik perfektionierten. Sie begründeten eine Tradition, aus der bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Mosaike mit einem derartigen Detailreichtum und Kunstfertigkeit entstanden, welche nie zuvor und auch nicht mehr danach erreicht wurde. Denn bis heute werden in Rom entsprechende Mosaike hergestellt, wenn auch in deutlich minderer Qualität. Vgl. zur Technik und Geschichte des Mikromosaiks die einschlägige Literatur: Maria Grazia Branchetti: Mosaici muniti romani, Rom 2004, mit vielen Arbeiten Giacomo Raffaellis, sowie Roberto Grieco/Arianna Gambino: Roman Mosaic. L'arte del micromosaico fra '700 e '800, Mailand 2001.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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