Antike Klänge

Feine Muschelgemme der Muse Euterpe in Gold, um 1835

Die Menschen des 19. Jahrhunderts waren vernarrt in Gemmenschmuck. Im Gegensatz zu früheren Epochen, in denen Gemmen vor allem in verschlossenen Kabinetts verwahrt wurden und nur den Sammler erfreuten, waren sie nun dazu gedacht, getragen und als transportable Kunstwerke von allen bewundert zu werden. Besonders geschätzt wurden Gemmen mit mythologischen Motiven, die vor allem an der Bucht von Neapel gefertigt wurden. Reisende, die im Zuge der Grand Tour Italien bereisten, brachten diese qualitätvoll geschnitzten Gemmen als Erste als Souvenir mit in die Heimat; später dann wurden die geschnitzten Kameen von britischen, französischen und deutschen Händlern direkt importiert und vor Ort zu Schmuckstücken gefasst. Die vorliegende Kamee ist ein solches Stück. Aus zweifarbiger Muschelschale geschnitten, präsentiert die ovale Gemme eine weibliche Halbfigur, die mit einem Aulos dargestellt ist. Die antike Doppelrohrflöte gilt als Attribut der Muse Euterpe. Sie ist eine der neun Musen, die gewöhnlich als Vertreterin der Tonkunst und der lyrischen Poesie gilt. In spätrömischer Zeit wurde sie als Muse der lyrischen Dichtung und des Flötenspieles betrachtet. Eine hochkarätige Goldrahmung aus fein verarbeitetem Cannetille in Formen des zweiten Rokoko lässt uns das Stück in die 1830er Jahre datieren und macht die Kamee als Brosche und gleichzeitig auch als Anhänger tragbar. Ein ideales Schmuckstück für einen musisch interessierten Menschen, das aus dem Rheinland zu uns kam.

Jett, Gagat oder „schwarzer Bernstein“ ist eine besondere Form versteinerter Kohle, die wegen ihres einzigartigen Glanzes und der leichten Schnitzbarkeit schon in vorgeschichtlicher Zeit als Schmuck benutzt wurde. Bereits die Römer stellten Schmuck und Amulette aus diesem Material her; ab dem Mittelalter fertigte man in Europa daraus Trauerschmuck und Rosenkränze. Zum Ende des 19. Jahrhunderts, zur Blütezeit der Jett-Mode, verwendete man Jett vor allem für Schmuckstücke. Wegen seiner geringen Schwere bot das Material die Möglichkeit, auch große Schmuckstücke daraus herzustellen, wie es der damaligen Mode entsprach. Das Hauptvorkommen eines besonders hochwertigen Jetts lag zu dieser Zeit an der englischen Nordküste nahe dem Fischerdorf Whitby. Von hier aus traten Schmuckstücke aus Jett ihren Weg nach ganz Europa an. Durch die Weltausstellung von 1851 in London wurden Schnitzarbeiten aus Gagat dann weltweit bekannt, und nachdem Königin Viktoria nach dem Tod des Prinzgemahls 1861 das Tragen von Schmuck (mit Ausnahme von Jett) am englischen Hof verboten hatte, galt Jett lange Zeit als Trauerschmuck, bis es ein fester Bestandteil der Mode wurde, der auch ohne zu Trauer anzuzeigen getragen werden konnte.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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