Bunte Nebel

Feiner vintage Opalring mit Diamanten aus Gold, London 1992

England, das Land auf der anderen Seite des Ärmelkanals, war auf unserer Seite des Meeres über lange Jahrhunderte als „Albion“ bekannt. Ganz klar ist es nicht, woher dieses Wort stammt. Es könnte keltisch sein, oder auf das lateinische „albus“, „weiß“ zurückgehen. Immerhin sind es ja die hellen Kreidefelsen von Dover, welche von Frankreich her das Land auf der anderen Seite des Wassers bereits ankündigen. Vielleicht aber ist es auch der Nebel, welcher als ur-britisches Wetter lockend und zugleich verbergend so oft über den grünen Hügeln Englands liegt, der dem Land diesen Namen gab. Als ein halb durchsichtiger, halb undurchsichtiger Schleier zieht er vor den kleinen Ortschaften, den Burgen und Herrensitzen her, wie ein langes Gewand, das nur dann und wann den Blick in eine fremde Welt erlaubt. Der hier vorliegende Ring, der in London entstanden ist, präsentiert drei qualitätvolle Edelopale. Die zu Cabochons geschliffenen Steine sind neblig-bunt, wie man es sich von Opalen wünscht. In ihnen blitzen blaue, grüne und rote Funken, eben jenes berühmte Licht des Opals, für das die Steine so berühmt sind. Einer der beiden kleineren Opale ist etwas blauer als die beiden anderen Steine. Zwischen die Opale sind vier kleine Diamanten im Brillantschliff gesetzt, die das Farbenspiel der Opale durch kleine Glanzpunkte unterstützen. Der Ring, der Vorbildern aus der Zeit Queen Victorias folgt, ist ausweislich seiner Punzierung im Jahr 1992 in London entstanden. Der ausführende Goldschmied hat es verstanden, den Ringkopf schön kompakt zu gestalten, sodass der Ring angenehm zu tragen ist.

Die Minenfelder Australiens sind berühmt für die schönsten Opale der Welt. Doch wussten Sie, dass es Schmuckstücke mit australischen Edelopale noch gar nicht so lange gibt? Der erste Europäer, der Opale in Australien entdeckte, war der deutsche Geologe Johannes Menge. Er fand 1841 nördlich von Adelaide Opale – doch wurde diesen Funden wenig Aufmerksamkeit gewidmet, da es sich um nicht um kostbare Edelopale in Schmuckqualität handelte. Schriftlich belegt sind die ersten Edelopalfunde erst im Jahr 1872. Der kommerzielle Abbau begann dann in den 1890er Jahren in Queensland. 1905 schließlich entdeckte man in Lightning Ridge, 1915 in Coober Pedy und 1930 in Andamooka weitere Opalfelder. Besonders die Steine aus Lightning Ridge genießen einen beinahe legendären Ruf. In ihnen sind die sog. „flashfire“-Effekte zu finden. So nennt man die Eigenschaft mancher Opale, blitzartige Farbreflexe zu senden und bei jedem neuen Lichteinfall neue, begeisternde Farbbilder hervorzubringen. Vor der Entdeckung von Edelopalen in Australien waren die Opalgruben im ungarischen Dubník die einzige europäische Mine für Edelopale. Durch die Entdeckung der australischen Opalvorkommen konnten die Dubniker Gruben, die seit dem 15. Jahrhundert vor allem kleine Steine hervorbrachten, auf dem Markt nicht mithalten und wurden 1922 stillgelegt. Bedeutende Fund- und Schmuckstücke mit ungarischen Opalen sind heute im Naturhistorischen Museum Wien sowie im ungarischen Nationalmuseum Budapest zu besichtigen.

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