Abendsterne

Festliches Collier mit böhmischen Granaten, um 1870

Granatschmuck ist eine eigene Welt für sich. Seit Jahrhunderten schon wird der verführerisch rotglühende Stein aus Böhmen zu Schmuck ganz unterschiedlicher Art gebraucht. Große, kostbare Steine etwa schmückten die farbenfrohen Colliers des Barock und des Rokoko. Erst im 19. Jahrhundert jedoch entwickelte sich jene Form des Granatschmucks, die wir heute am häufigsten mit diesem Stein verbinden: Sterne und Blüten, die aus unzähligen, dicht an dicht gesetzten Granaten bestehen. Ein solches Granatcollier des 19. Jahrhunderts liegt hier vor: Wir sehen eine Reihe von Blüten und Sternen, welche sich zur Mitte des Entwurfs hin in ihrer Größe staffeln. Die zentralen fünf Elemente sind zusätzlich durch Abhängungen bereichert. Jeder Teil der Oberfläche des Colliers leuchtet im Dunkelrot der vielfach facettierten Steine. Gerade zur Abendstunde, in einem warmen Kerzenlicht, entfalten diese Steine ihr einzigartiges Eigenleben. Ihre Fassungen nehmen sich dabei ganz zurück und lassen beinahe nur den Glanz der Granate sichtbar werden. Das Collier, in den Jahren um 1870 entstanden, ist sehr gut erhalten. Zu dieser Zeit waren Entwürfe mit Fransen ausgesprochen modern, denn in ihnen mischten sich Einflüsse aus der Antikenforschung mit einer zeitgenössischen Orientbegeisterung. Die Verarbeitung der Steine und Fassungen bestätigt diese Datierung ebenso.

Granate aus Böhmen zählen noch heute zu den gern verwendeten Schmucksteinen, doch seinen Siegeszug in der bürgerlichen Schmuckmode trat der dunkelrote Edelstein erst relativ spät, nämlich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert an. Schon in der Antike wurde Granat für hochwertigen Schmuck verwendet. In spätrömischer Zeit avancierte Schmuck mit Granaten in Gold zum Inbegriff kostbaren Geschmeides; noch heute zeugen zahlreiche erhaltene Stücke vom Glanz der Epoche. Als sog. „Karfunkelstein“ wurden dem Granat auch im Mittelalter magische Kräfte zugesprochen und sie tauchen in der Literatur dieser Zeit als „Böhmische Feuerdrachen“ auf, was ihre mystische Aufladung noch einmal untermauert. Über Jahrhunderte wurden Granate somit in böhmischem Minen geschürft, doch gerieten sie in den Jahren nach 1800 völlig außer Mode. Das änderte sich erst schlagartig, als Kaiserin Elisabeth von Österreich (Sissi) im Jahr 1854 auf ihrer Hochzeitsreise das Kronland Böhmen besuchte und einige der Schätze der böhmischen Bergwerke geschenkt bekam. Aus diesen Granaten ließ sich die Kaiserin eine ganze Parüre herstellen und präsentierte sich im Glanz der Granate auf einem Hofball der Wiener Gesellschaft. Schon am nächsten Tag soll - so will es die Erzählung - ein wahrer Ansturm auf Schmuckstücke mit den Feuerdrachen ausgebrochen sein. Alle Damen Wiens wollten böhmischen Granatschmuck besitzen. Diese Begeisterung für den dunkelroten Stein breitete sich daraufhin wie ein Lauffeuer über ganz Europa aus und das bis dahin arme Böhme erlebte eine große Blütezeit durch die starke Nachfrage an Granaten.

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