Von der Biene gestochen

Antike Muschelgemme nach Thorvaldsen in Gold, um 1890

Diese schöne Kamee zeigt ein Motiv, das seinen Ursprung in der Welt der griechischen Antike hat: Wir sehen Venus und Amor. Diesem Paar der klassischen Sagenwelt ist manches übergroße Glück, doch auch manches Unglück geschuldet. Die Liebesgöttin Venus, aus einer Muschel geboren und verantwortlich für das Gedeihen der Liebe auf Erden, hat einen kleinen Helfer, den Liebesgott Amor. Amor schießt mit einem Bogen Pfeile auf die Menschen – und dies meist mit verbundenen Augen, sodass seine Pfeile auch zufällig und aus Versehen einschlagen können. Amors Köcher hält Pfeile mit verschiedenartigen Spitzen bereit - die eine Hälfte der Pfeilspitzen ist aus Gold, die andere ist aus Blei gefertigt. Von einem goldenen Pfeil getroffen, entflammen die Menschen im Feuer der Liebe; von einem bleiernen Pfeil durchdrungen, bleiben Sie gleichgültig und unbeeindruckt von den Reizen eines anderen Menschen. Auf unserer Muschelgemme sehen wir den nackten geflügelten Knaben von rechts herbeieilen. Er streckt seine Hand zur Liebesgöttin, denn eine Biene hat ihn gestochen beim Versuch, eine Rose zu pflücken. Doch statt ihn zu trösten belehrt ihn Venus: Wenn ihn dies schon schmerze, welche Wunden müssen dann erst seine Liebespfeile den Menschen bereiten. Die Szene gründet auf einem Gedicht des Anacreon. Berthel Thorvaldsen, der berühmte Dänische Bildhauer des Klassizismus, hat ausgehend von dem Gedicht kurz nach 1800 das Vorbild auch für unsere Muschelgemme entworfen. Zahlreiche Versionen haben sich erhalten, im Medium der Zeichnung, in Gips, als Kupferstich und auch in Marmor. Wir bilden anbei eine Version ab, die in Kopenhagen im Thorwaldsen-Museum aufbewahrt wird (Inv. Nr. A417, vgl. hier). Die Brosche ist in den Jahren um 1890 in Italien entstanden und kam aus Salzburg zu uns.

Antike Gemmen und Kameen zu besitzen war über Jahrhunderte hinweg der Anspruch beinahe aller großen Sammlungen und Wunderkammern, vom Grünen Gewölbe in Dresden über die Schatzkammer Rudolf II. bis hin zu großen privaten Sammlungen wie der des Baron von Stosch in späterer Zeit. Das 18. und 19. Jahrhundert brachte zahlreiche große Abdrucksammlungen antiker Siegelsteine und Gemmen hervor, die die antike Bildsprache der Glyptik in ihrer Gesamtheit darstellen wollten, waren sie doch auch Ausdruck einer humanistischen Bildung. In besonderem Maße wichtig für die Vermittlung von Stein- und Muschelschnitten nördlich der Alpen waren seit jeher Italienreisende, die Abdrücke und geschnittene Steine sowie gravierte Muscheln von ihren Bildungsreisen nach Hause brachten um sich an den Geschichten, die die Muschelschalen erzählen konnten, zu erfreuen. Die Kunst des Gemmenschneidens hat sich bis heute in Italien besonders in der Bucht von Neapel erhalten, wo sie von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Heute ist die Scuola dei Cammei in Torre del Greco die weltweit einzige groß angelegte Ausbildungsstätte für Gemmenschneider, wobei sich jedoch leider die mythologische Themenwelt als Sujet beinahe ganz verloren hat.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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