Ein wahrhaft „fabelhafter“ Intaglio

Goldring mit römischem Intaglio: Aesops Fabel vom Fuchs und dem Storch, 1./2. Jh. n. Christus

Eines der schönsten und spannendsten Felder im Bereich des Schmucks ist das Sammeln antiker Intaglien und Kameen. Diese in harten Stein geschnittenen, vertieften bzw. erhabenen Bildnisse bieten eine so große Fülle von Motiven, dass sich für jedes Interesse sich eine ganze Welt der Gegenstände offenbart. Es gibt Gemmen mit Portraits berühmter Personen und Heroen, Darstellungen von Gottheiten und mythischen Ereignissen, Erinnerungen an persönliche Erlebnisse und erzählende Szenen aus dem Alltagsleben. Da Gemmen als Schmuck in der Antike weit verbreitet waren und wohl jeder Bürger entsprechende Steine trug (und gerne auch verschenkte), haben sich auch außerhalb der Museen relativ zahlreich originale Stücke erhalten. Solche originale, römische Gemmen anbieten zu können freut uns immer sehr, besonders wenn die Stücke museale Qualität haben wie das hier vorliegende Intaglio. Wir sehen eine ausgesprochen seltene Szene. Es handelt sich den entscheidenden Moment einer Fabel, von der uns der Griechische Philisoph Aesop im 6. Jahrhundert vor Christus berichtet. Es ist die Geschichte vom Storch und dem Fuchs. Ein Fuchs lud einen Storch zum Essen ein und setzte ihm die köstlichsten Spreisen vor. Jedoch lagen die Leckerbissen auf ganz flachen Schüsseln, von denen der Storch mit seinem langen Schnabel nichts essen konnte. So fraß der Fuchs alles alleine gierig auf, obgleich er den Storch ohne Unterlass bat, er solle es sich schmecken lassen. Der Storch fühlte sich um seinem Schmaus betrogen und vorgeführt, lies sich aber nichts anmerken. Im Gegenteil lobte er die Bewirtung sehr und lud den Fuchs am nächsten Tag im Gegenzug zum Essen ein. Als der Fuchs nun zum Storch kam, fand er alle möglichen Leckereien aufgetischt, die köstlich dufteten. Aber der Storch hatte sie in langhalsigen Amphoren serviert. Der Storch fraß nun mit seinem Schnabel alle Spreisen alleine auf, während der Fuchs leer ausging. Hungrig sah das Pelztier ein, dass der Storch ihm eine ordentliche Lektion für seinen Hochmut erteilt habe. Die Darstellung und Detaillierung, die Form der Wiedergabe und der Vergleich mit anderen überlieferten Intaglien lassen uns dieses Stück in das 1. bis 2. Jahrhundert nach Christus datieren, in die römische Kaiserzeit also. Der römische Dichter Phaedrus (* um 20/15 v. Chr., † um 50/60 n. Chr.) übersetzte die Fabeln Aesops kurz nach Beginn der Christlichen Zeitrechnung vom griechischen ins Lateinische, woraufhin sie im gesamten Römischen Reich ungemein populär wurden. Kameen in Karneol entstanden zu dieser Zeit u.a. in Aquileia in besonders großer Zahl, möglicherweise stammt unser Fabelstein auch von hier. Vgl. bes. Erika Zwierlein-Diehl: Antike Gemmen und ihr Nachleben, Berlin/New York 2007, u.a. S. 136, S. 143, S. 144 u.a. Der antike römische Carneol kam mit seiner Fassung ursprünglich als Teil eines Armbandes der Jahre um 1800 aus einer Kölner Sammlung zu uns. Die schlichte Ringschiene aus hochkarätigem Gold mit den beiden Bögen rechts und links der Steinfassung ist in unserer Werkstatt nach Vorbildern derselben Zeit entstanden. So kann die Aesop-Gemme nun wieder sicher und mit Freude als Ring getragen werden – und zu neuen Gedanken anregen.

Antike Gemmen und Kameen zu besitzen war über Jahrhunderte Anspruch beinahe aller großen Sammlungen: Wir finden spektakuläre Stücke ebenso im Grünen Gewölbe in Dresden, in der Schatzkammer Rudolf II. bis hin zu den großen privaten Sammlungen wie der des Baron Stosch in späterer Zeit. Das 18. und 19. Jahrhundert brachte zahlreiche große Abdrucksammlungen antiker Siegelsteine und Gemmen hervor, welche die antike Bildsprache der Glyptik beinahe in ihrer Gesamtheit darstellen. So waren sie nicht zuletzt auch Ausdruck einer humanistischen Bildung. In besonderem Maße wichtig für die Vermittlung von Stein- und Muschelschnitten nördlich der Alpen waren seit jeher Italienreisende, die Abdrücke und geschnittene Steine sowie gravierte Muscheln von ihren Bildungsreisen nach Hause brachten um sich an den Geschichten, die die Muschelschalen erzählen konnten zu erfreuen. Die Kunst des Gemmenschneidens hat bis heute in Italien, besonders in der Bucht von Neapel erhalten, wo sie von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Heute ist die Scuola dei Cammei in Torre del Greco die weltweit einzige professionelle Ausbildungsstätte für Gemmenschneider, wobei sich jedoch leider die mythologische Themenwelt als Sujet beinahe ganz verloren hat.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


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