Herzblume

Zauberhafte Jugendstil-Brosche mit 2,30 ct funkelnden Diamanten, um 1895

Verspielt, leicht und doch kostbar präsentiert sich die hier vorliegende Brosche des späten 19. Jahrhunderts. Ein Rahmen aus schwingenden Linien bildet ein funkelndes Herz. Eine glitzernde Blume wächst aus dem Innern des Herzens ans Licht. Alle Elemente sind gleich reich mit Diamanten besetzt und bilden so eine bezaubernde Einheit. Die Brosche fasst rund 2,30 ct Diamanten in alten Schliffen. Die großen Steine in ihrer Kissenform mögen dabei bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts geschliffen worden sein. In der hier vorliegenden Brosche erlebten Sie dann eine neue Verwendung. Offenbar wollte ihre Besitzerin ein Schmuckstück ganz auf der Höhe der neuesten Mode. Die Diamanten aus Familienbesitz wurden dazu dann zu diesem Schmuckstück neu arrrangiert. Die Brosche besteht aus Gold, dem eine Schauseite aus Silber vorgelegt ist. Diese im ganzen 19. Jahrhundert typische Technik sollte den zahlreichen Diamanten im Rosenschliff, mit denen das Stück reich belegt ist, eine optimale Umgebung schaffen, um von der Farbigkeit des Goldes unverfälscht ihren weichen Schimmer entfalten zu können. Platin oder Weißgold standen dem Goldschmieden im 19. Jahrhundert noch nicht zur Verfügung. Silber hingegen konnte verarbeitet werden und wurde gerade auch für seinen dunkleren Glanz in den Tiefen der Schmuckstücke geliebt: Das Licht der Diamanten schafft so einen ganz eigenen, besonderen Eindruck, der zum weichen Licht der Boudoirs der Zeit passt.

In der Antike wurden Diamanten vor allem für ihre unvergleichliche Härte geschätzt. Als Symbole unbesiegbarer Stärke war ihre Schönheit bestenfalls zweitrangig. Tatsächlich erscheinen die frühen Diamanten dem modernen Auge überhaupt nicht attraktiv. Mittelalterliche Schlifftechniken erlaubten ebenfalls keine spektakulären Lichtreflexe und die verbreiteten Tafelschliffe brachten nur Helligkeit und Farbe der Steine zur Geltung. All das änderte sich im Verlauf des 17. Jahrhunderts. Der Adel des Barock entwickelte eine Vorliebe für glitzernde Edelsteine. Besonders populär waren Diamanten im Rosenschliff, deren vielfältige Facetten das Kerzenlicht wunderbar reflektieren. In der Mitte des Jahrhunderts entwickelte sich ein erster, früher Brillantschliff, der nach dem einflussreichen Kardinal Jules Mazarin als Mazarinschliff bezeichnet wird und sich durch eine Krone mit 17 Facetten auszeichnet. Bereits gegen Ende des Jahrhunderts wurden diese Diamanten dann durch eine neue Form abgelöst, der nach seinem Erfinder als Peruzzi-Schliff benannt ist. Vincenzo Peruzzi war ein Edelsteinschleifer aus Venedig, der die Krone der Diamanten um zusätzliche Facetten auf insgesamt 33 erhöhte und so das Feuer der Steine enorm steigerte. Diese frühen Brillanten waren jedoch, was Anzahl und Form der Facetten angeht, nicht standardisiert. Jeder Stein wurde so geschliffen, dass möglichst viel Substanz erhalten bleiben konnte. Neue Diamantvorkommen in Brasilien führten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dann zu einer Schliffform, die als Old Mine Cut bekannt wurde. Diese Diamanten ähneln bereits sehr unseren heutigen Vollschliff Brillanten, doch sollten noch einige Generationen stetiger Entwicklung der Schlifftechnik nötig sein, bis aus dem Old Mine Cut zunächst der Altschliff (oder Old European Cut), und schließlich in den 1940er Jahren der moderne Vollschliff wurde.

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