Reich geschmückt

Große Commesso-Kamee in Gold mit reichem Besatz, um 1870

Commesso Kameen sind eine ganz besondere Art, das ohnehin schon kunstfertige Medium der Gemme noch exquisiter zu gestalten. Seit der Antike begegnen uns Beispiele für diese Technik, in welcher ein meist in Stein geschnittenes Bildnis mit Auflagen aus Edelmetall verziert wird, um so einen noch reicheren Eindruck zu schaffen (Commesso: ital. „zusammengefügt“). Meist werden Kronen, Diademe und Gewänder der dargestellten Personen auf diese Weise hervorgehoben, doch auch Panzer, Rüstungen und Waffen bei Königen und antiken Helden wurden auf diese Art naturalistisch mit Gold und Silber belegt. Viele Bespiele für diese Technik finden sich in den großen Kunstgewerbemuseen. Auch der Künstler der hier vorliegende Gemme, welche in einer massiven Goldfassung als Brosche getragen werden kann, bediente sich um 1870 dieser alten Tradition. Zur Hochphase der Renaissancebegeisterung des Historismus sehen wir eine Schönheit des 16. Jahrhunderts dargestellt. Ihre Haare umkränzen reich ihr Haupt und sind wunderbar fein in die Muschelschale geschnitten, deren Farbklang die Darstellung beinahe lebendig erscheinen lässt. Fein hebt sich das Portrait vom dunkleren Untergrund ab. Das Diadem in Form eines Lorbeerkranzes ist aufwändig aus Silber gearbeitet und dem Relief aufgelegt. Es ist mit Türkisen, Granaten und Perlen ausgefasst. Ein Bukett aus ebenjenen Materialien schmückt ihr Gewand. Gerade durch diese Commesso-Auflagen steigert sich die Lebensnähe des Portraits. Die Kamee ist erstklassig erhalten und mit jedem Blick ein neuer Genuss und nicht nur ein herrlich dekoratives Schmuckstück sondern auch der strahlende Mittelpunkt jeder Kameen-Sammlung.

Antike Gemmen und Kameen zu besitzen war über Jahrhunderte Anspruch beinahe aller großen Sammlungen: Wir finden spektakuläre Stücke ebenso im Grünen Gewölbe in Dresden, in der Schatzkammer Rudolf II. bis hin zu den großen privaten Sammlungen wie der des Baron Stosch in späterer Zeit. Das 18. und 19. Jahrhundert brachte zahlreiche große Abdrucksammlungen antiker Siegelsteine und Gemmen hervor, welche die antike Bildsprache der Glyptik beinahe in ihrer Gesamtheit darstellen. So waren sie nicht zuletzt auch Ausdruck einer humanistischen Bildung. In besonderem Maße wichtig für die Vermittlung von Stein- und Muschelschnitten nördlich der Alpen waren seit jeher Italienreisende, die Abdrücke und geschnittene Steine sowie gravierte Muscheln von ihren Bildungsreisen nach Hause brachten um sich an den Geschichten, die die Muschelschalen erzählen konnten zu erfreuen. Die Kunst des Gemmenschneidens hat bis heute in Italien, besonders in der Bucht von Neapel erhalten, wo sie von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Heute ist die Scuola dei Cammei in Torre del Greco die weltweit einzige professionelle Ausbildungsstätte für Gemmenschneider, wobei sich jedoch leider die mythologische Themenwelt als Sujet beinahe ganz verloren hat.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


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