Prachtvolle Pasten

Große Gold & Paste Ohrringe des Klassizismus, um 1810

Buntes Glas als Zierde farbenfroh leuchtenden Schmucks begegnet uns seit der Antike. Doch erst im 17. und 18. Jahrhundert erreichte die Freude am bunten Funkeln dieses Materials seinen Höhepunkt. Schmuck mit geschliffenen Glassteinen, Pasten genannt (engl. „paste“), wurde in Barock, Rokoko und auch später noch im Klassizismus geliebt und galt keineswegs als minderwertig. Vielmehr verehrte man sein Strahlen, für das die Pasten zudem oft foliiert in die Schmuckstücke gesetzt wurden. Dazu legte man eine Silberfolie hinter die Pasten, um ihr Funkeln so noch zu steigern. Ausgangspunkt der Schmuckherstellung war zumeist funkelndes Bleikristallglas. 1734 hatte Georges-Frédéric Stras in Paris eine besonders funkelnde Variante dieses Glases entwickelt, die sich rasch verbreitetet. Der bis heute bekannte „Strass“ war geboren. Als Ersatz echter Juwelen wurde er für Reiseschmuck gebraucht. Doch besonders Glaspasten in kraftvollen, eigenen Farben, welche sich so in der Natur gar nicht fanden, galten im 17. und 18. Jahrhundert als Juwelen eigenen Rechts – auch, da Farbsteine noch weitaus schwieriger zu erhalten waren als heute, mit unseren globalisierten Märkten. Hier nun liegt ein prächtiges Paar Ohrhänger vor, das uns entführt in die Epoche Napoleons. Die Mode des Klassizismus, welche den Rokoko mit der Jahrhundertwende um 1800 endgültig ablöste, bevorzugte klare, geometrische Formen und eher ruhige, von der Ratio geordnete Entwürfe. Die Ohrringe bestehen aus je zwei unterschiedlich großen, achteckigen Rahmen aus Gold. Jeder der mit einem gravierten Dreiecksmuster ornamentierten Rahmen fasst eine facettierte Glaspaste in der Farbe des Citrins. Das leicht rötliche Gold und der warme, orangebraune Ton der Pasten ergänzen sich ganz wunderbar zu einem sommerlichen Eindruck. Die Rahmen werden durch kurze Kettchen miteinander verbunden, sodass der untere Rahmen sich leicht pendelnd bewegen kann. So entsteht ein schönes Spiel am Ohr, dass die Ohrringe sehr verführerisch wirken lässt. Sie sind sehr gut erhalten; die Ohrbügel und Klappbrisuren wurden zudem in jüngerer Zeit erneuert, sodass das Paar ohne Sorge getragen werden kann. Vgl. zum Gebrauch von Glastasten u.a. Ginny Reddington Dawes / Olivia Collings: Georgian Jewellery 1714-1830, Woodbridge 2007, S. 93–98.

Nach der verspielten Leichtigkeit der Formenwelt des Rokoko setzte sich mit dem Ende des Ancien Régime in Frankreich und wenig später auch im Rest Europas ein ruhigerer und teilweise gravitätischer Stil durch. Als Abkehr von der Diesseitigkeit des höfischen Lebens sollte die Antike wieder neu die Richtschnur sein. Auch im Bereich des Schmucks wurden nun, im Zeitalter des Klassizismus, klare und elegante Entwürfe gesucht. Doch viele Eigenheiten der alten Zeit lebten noch lange fort, denn einzelne Eigenheiten des Geschmacks sind doch hartnäckiger als manche Mode. Eine besondere Leidenschaft des Rokoko war die Liebe zu bunten Edelsteinen. Um ihr Leuchten zu verstärken, wurden daher selbst Diamanten vor farbige Folien gelegt und verschiedene Techniken entwickelt, um Steine einzufärben. Auch wenn die neuen Zeit nun nach klareren Formen verlangte, blieb diese Freude an der Farbe doch noch lange wach.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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5 Gründe, die Sie zum Strahlen bringen