Hüterin der Tempel

Große Mikromosaik Ohrringe aus Italien, Grand Tour um 1860

Die vorliegenden Mikromosaike sind Souvenirs einer Italienreise um 1860. Eingelassen in schwarzes Glas und Malachit zeigen die ovalen Mikromosaike zwei der berühmtesten antiken Tempel der ewigen Stadt Rom. An diesen Stücken, die wir in London gefunden haben, lässt die Begeisterung der Briten für das Reisen studieren, besonders zu den klassischen Altertümern Italiens. Keine andere Nation begab sich so oft und gern auf die Grand Tour wie die wohlhabenden Engländer, und in der gehobenen viktorianischen Gesellschaft gehörte eine große Italienreise zum guten Ton und zur Vervollkommnung der eigenen Bildung. Wir sehen in einer wunderbar abgestuften Farbgebung, die den Stücken eine schöne Plastizität gibt, zwei berühmte Tempel Roms. Auf dem einen Ohrring sehen wir das allen Göttern geweihte Pantheon und auf dem anderen einen weiteren Rundtempel. Es handelt sich hierbei um das 120. vor Chr. errichtete Heiligtum des Herkules Victor auf dem Forum Boarium, dem alten Rindermarkt Roms an den Ufern des Tiber. Zur Entstehungszeit der Ohrringe, um 1850 war diese Zuschreibung jedoch noch unbekannt und man hielt den Tempel für ein Heiligtum der Vesta, der Göttin des Herdfeuers und des Heimes. Als Paar Ohrringe für die daheim gebliebene Gattin eignete sich diese Bildwahl also ganz besonders. Die Mosaiken sind in ihren originalen Gold-Fassung erhalten. Schlichte Haken aus hochkarätigem Gold machen die Mitte des 19. Jahrhunderts entstandenen Mosaike als eindrucksvoll große Ohrringe tragbar. Ein wundervoller Ohrschmuck für alle Freundinnen Italiens und ein kleines Fest für Sammler von Grand Tour Memorabilia.

Der Ursprung der Kunst des Mikromosaiks liegt im Rom. Hier, genauer im Vatikan, bestand seit dem 16. Jahrhundert eine Werkstatt für Mosaike aus Glassteinen. Zunächst um die im Petersdom aufgestellten Altargemälde in dauerhafter Form gegen Kerzenruß, Feuchtigkeit und Dreck zu schützen, welche die vielen Pilger in die Kirche brachten. Später, nachdem diese Aufgabe dann abgeschlossen war, entstanden weiterhin Gemäldekopien sowie Landschaftsdarstellungen in Gemäldegröße. Die Idee, diese letztlich antike Technik auch für Schmuckstücke und zur Dekoration kunstgewerblicher Gegenstände zu nutzen, entstand zum Ende des 18. Jahrhunderts. Im Rahmen der Grand Tour erreichten zahllose Reisende aus Nordeuropa die Stadt und erzeugten eine große Nachfrage nach Souvenirs. Nicht zuletzt um diesen Markt zu bedienen, entstand eine ganz neue Kunstform: Mikromosaike sind klein und transportabel und eigneten sich daher ganz besonders dazu, mit in die Heimat im Norden genommen zu werden. Da sie außerdem meist die Schönheiten Roms oder Motive aus der Antike zeigen, verwundert ihr Erfolg als Reiseerinnerung kaum. Die „Erfindung“ des Mikromosaiks verbindet sich vor allem mit Giacomo Raffaelli und Cesare Aguatti, welche um das Jahr 1775 herum diese Technik perfektionierten. Sie begründeten eine Tradition, aus der bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Mosaike mit einem derartigen Detailreichtum und Kunstfertigkeit entstanden, welche nie zuvor und auch nicht mehr danach erreicht wurde. Denn bis heute werden in Rom entsprechende Mosaike hergestellt, wenn auch in deutlich minderer Qualität.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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