Ricordi di Roma

Große Mikromosaik-Parure, Collier, Ohrringe und Brosche in Gold, Rom um 1840

Ricordi di Roma – Erinnerungen aus Rom: Das hier vorliegende, große Schmuckset entführt uns in die Ewige Stadt. Das Complet, eine sog. Parure aus Collier, Ohrringen und Brosche, fasst insgesamt sechzehn Mosaike aus feinsten Glassteinchen in Rahmungen aus schwarzem Glas. Fassungen aus hochkarätigem Gold machen die kleinen Kunstwerke tragbar und jeder der ovalen Ausblicke zeigt einen anderen Erinnerungsort, die Summe einer großen Italienreise zu den Stätten der Antike in Rom und dem Umland. Wir sehen Tempel und Ruinen, antike Säulen und Grabmäler und im Zentrum die Basilika von St. Peter mit dem Petersplatz und den Kolonnaden Berninis. Jede der Veduten zeigt das Bauwerk unter dem römischen, pastellig leuchtenden Himmel und meist herausgelöst aus dem Gewirr der Stadt. Gras und Vegetation gibt den Bauwerken einen überzeitlichen Rahmen, als seien sie keine Werke des Menschen, sondern ebenfalls Teil der Natur. Schon der Blick auf die vertrauten Orte weckt Sehnsucht und Wehmut und die Erinnerung an den letzten Aufenthalt am „umbellicus mundi“, dem Nabel der Welt. Mosaiken wie diese mit Darstellungen der Sehenswürdigkeiten Roms entstanden in Rom in spezialisierten Werkstätten gezielt für die vielen Touristen aus Nordeuropa. Die Reisenden konnten die Motive nach ihrem eigenem Geschmack aus einem großen Angebot wählen oder sich auf eine Vorauswahl mit den beliebtesten Motiven verlassen. Oft blieb es bei einer Brosche oder einem Paar Ohrringe. Hier aber wurde aus dem Vollen geschöpft und die Parure eröffnet ein großes Panorama feinster, zusammengehöriger Mosaike. Das Collier macht den Anfang mit einem Triumphbogen auf der Schließe, wohl dem Titusbogen in Rom. Im Uhrzeigersinn folgen der Tempel in Paestum, der Tempel der Sibylle in Tivoli, der Tempel der Vesta, das Pantheon und in der Mitte der Petersplatz. Ihm angehängt ist das Forum Romanum gezeigt, links daneben das Kolosseum dann das Grab der Cecilia Metella, der Tempel der Minerva Medica und schließlich der Tempel des Herkules in Cori. Die Brosche zeigt eine Ansicht des Forum Boarum, mit den Säulen des Tempels des Portunus und im Hintergrund dem Glockenturm von S. Maria in Cosmedin. Die Ohrringe dann auf den kleinen Mosaiken oben den Janusbogen und die Cestiuspyramide, darunter als Pendants (und für Ohrringe klug gewählt) die beiden großen Säulen des Trajan und die des Marc Aurel. Die Anordnung beginnt bei dem Collier in den Orten der Campagna und führt dann mit zunehmender Größe der Mosaike in das Herz der Stadt. Hier jedoch, zwischen Kolosseum, Pantheon und Forum, ist dann der Petersplatz gezeigt: Es ist das zeitgenössische Rom, das sich zugleich (aus der Sicht des Papstes) als Ziel und Erbe der Antike verstand. Diese Wahl begegnet oft in der Geschichte des Mosaikschmucks; vgl. z.b. die bei Roberto Grieco/Arianna Gambino: Roman Mosaic. L’arte del micromosaico fra ’700 e ’800, Mailand 2001, S. 75 und S. 124ff. abgebildeten Stücke. Die Parure ist in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden. Dies legt neben der Verarbeitung und Qualität der Mosaiken auch ein kleines Detail der Darstellung des Petersplatzes nahe: Er ist noch ohne die im Jahre 1854 installierte Gasbeleuchtung dargestellt, auf die man als technische Leistung besonders Stolz war und auf die keines der späteren Mosaike des Ortes verzichtet. Das Set wurde in jüngerer Zeit aufwendig restauriert, die Mosaike wurden mit massiven Goldrücken stabilisiert, die Fassungen wurden verstärkt, die Mosaike gereinigt und die Broschierung sowie die Ohrhaken der Ohrringe wurden erneuert. So ist das Set nun wieder sorgenfrei zu tragen. Oder auch nur zu bewundern, denn so reich sind die Details und Schönheiten, dass sich mit jedem Blick etwas neues offenbart.

Der Ursprung der Kunst des Mikromosaiks liegt in Rom. Hier, genauer im Vatikan, bestand seit dem 16. Jahrhundert eine Werkstatt für Mosaike aus Glassteinen. Zunächst um die im Petersdom aufgestellten Altargemälde in dauerhafter Form gegen Kerzenruß, Feuchtigkeit und Dreck zu schützen, welche die vielen Pilger in die Kirche brachten. Später, nachdem diese Aufgabe dann abgeschlossen war, entstanden weiterhin Gemäldekopien sowie Landschaftsdarstellungen in Gemäldegröße. Die Idee, diese letztlich antike Technik auch für Schmuckstücke und zur Dekoration kunstgewerblicher Gegenstände zu nutzen, entstand zum Ende des 18. Jahrhunderts. Im Rahmen der Grand Tour erreichten zahllose Reisende aus Nordeuropa die Stadt und erzeugten eine große Nachfrage nach Souvenirs. Nicht zuletzt um diesen Markt zu bedienen, entstand eine ganz neue Kunstform: Mikromosaike sind klein und transportabel und eigneten sich daher ganz besonders dazu, mit in die Heimat im Norden genommen zu werden. Da sie außerdem meist die Schönheiten Roms oder Motive aus der Antike zeigen, verwundert ihr Erfolg als Reiseerinnerung kaum. Die „Erfindung“ des Mikromosaiks verbindet sich vor allem mit Giacomo Raffaelli und Cesare Aguatti, welche um das Jahr 1775 herum diese Technik perfektionierten. Sie begründeten eine Tradition, aus der bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Mosaike mit einem derartigen Detailreichtum und Kunstfertigkeit entstanden, welche nie zuvor und auch nicht mehr danach erreicht wurde. Denn bis heute werden in Rom entsprechende Mosaike hergestellt, wenn auch in deutlich minderer Qualität. Vgl. zur Technik und Geschichte des Mikromosaiks die einschlägige Literatur: Maria Grazia Branchetti: Mosaici minuti romani, Rom 2004, mit vielen Arbeiten Giacomo Raffaellis, sowie Roberto Grieco/Arianna Gambino: Roman Mosaic. L’arte del micromosaico fra ’700 e ’800, Mailand 2001.

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