Mode à la Grecque

Großer Anhänger mit Miniaturmalerei des Klassizismus in Gold, um 1800

Portraits in Miniaturmalerei sind eine ganz besonders delikate Kunstform: Mit feinsten Pinseln auf glattem Grund, oft Bein, gemalt, bewahren sie bis heute in frischen Farben die Gesichter vor langer Zeit geliebter Personen. Der hier vorliegende, große Anhänger aus der Epoche des Klassizismus präsentiert eine solche Miniatur in einer zeitgenössischen Goldfassung. Dargestellt ist vor grauem Hintergrund eine junge Dame in blauem Kleid aus Musselin oder Seide, dass vorn am Dekolletee und an den Ansätzen der Ärmel mit weißer Spitze geschmückt ist. Einen wichtigen Anhaltspunkt, durch den der Anhänger in die Jahre um 1800 datiert werden kann, bildet neben dem Kleid die auffallende Frisur der jungen Dame. Im Klassizismus waren flache Frisuren en vouge, bei denen sich der Mittelscheitel über den ganzen Kopf zog und teilweise sogar bis auf den Nacken reichte. Das dargestellte Kleid ist „á la Grecque“ geschnitten, also mit kastenförmigem Ausschnitt und einer Taille, die bis knapp unter den Busen reicht. Ähnliche Kleider kennen wir aus zeitgenössischen Portraits der preussischen Königin Luise. Als Mode à la Grecque („griechische Mode“; auch Robe à la Romaine, abwertend Nackte Mode oder Nuditätenmode) bezeichnet man in der Mode des Directoire und Empire (also etwa in der Zeit von 1794 bis 1811) eine sich an antike Vorbilder stark anlehnende Frauenmode. Kennzeichnend sind Chemisen, Hemdkleider aus fast durchsichtigem Musselin mit einer sehr hoch angesetzten Taille, einem freizügigen Dekolleté und kurzen Ärmeln. Da Musselin bzw. die seltener verwendete Seide sehr teure Stoffe waren, war die Mode auf wohlhabendere Kreise beschränkt. Erste Berichte über Kleider à la Grecque gibt es aus Venedig und Paris ab 1788. Wir sehen also eine Dame aus den Jahren des Klassizismus in einer damals gern gesehenen vornehmen Blässe in einem körperbetonten Kleid. Miniaturen dieser Art waren häufig Liebesgeschenke - denn man muss sich klar machen, dass die Fotografie noch nicht erfunden war. So wurden diese Miniaturen von liebgewonnenen Menschen häufig bei sich getragen, wenn man nicht zusammen sein konnte. Die Rückseite unterstreicht die Annahme einer Liebesgabe. Hier hat sich ein Geflecht aus Haar erhalten, das vermutlich von der dargestellten Dame stammt. Ein hier ehemals aufgelegtes Monogramm ist heute leider verloren. Haar hatte im 18. und 19. Jahrhundert eine symbolische Bedeutung. Als Sitz der Lebenskraft wurde es als Unterpfand der Zuneigung und zur Erinnerung geschenkt. Das anrührende Schmuckstück nimmt uns mit auf eine Zeitreise in die ersten Jahre des 19. Jahrhunderts und bietet einen intimen Einblick in das Gefühlsleben dieser entfernten Epoche – ganz ohne Selfies und schnell verfügbare Fotografien.

Porträt-Miniaturen waren zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Fotografie ihrer Zeit. Die Darstellungen wurden oft klein genug ausgeführt um in eine Tasche oder ein Schmuckstück hinein zu passen, so dass sie transportable Erinnerungen an geliebte Menschen waren. Üblicherweise wurden die zierlichen Porträts von einem Juwelier in Gold oder Silber gefasst und als Ring, Medaillon, Anhänger, Armband oder Brosche getragen. Andere waren ein wenig größer und wurden liebevoll auf Schreib- oder Schminktischen aufgestellt oder an die Wand gehängt. Dargestellt wurden besonders häufig geliebte Personen, Familienangehörige und Freunde sowie bisweilen auch kleine Landschaftsansichten als Reiseandenken.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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