Auf zur Wiesn!

Großer antiker Miederstecker aus Silber, Mitte 19. Jahrhundert

Nach der Abschaffung der rigorosen Kleiderordnungen, die seit dem Mittelalter der ländlichen Bevölkerung das Tragen von bunten Kleidungsstücken und Metallschmuck verboten hatten, konnten sich ab Ende des 18. Jahrhunderts immer farbigere und variantenreichere Schmuckformen entwickeln. Besonders regional äußerte sich dies in einer Fülle von Trachten, die seither das Bild festlich gekleideter Menschen vor allem in Oberbayern und Schwaben aber auch anderen Regionen bestimmen. Dazu gehören für die Frauen Florschließen und Kropfketten, Miedergeschnüre mit Anhängern und kostbar verzierten Geschnürstiften, Ohr- und Fingerringe, Haubennadeln und Haarpfeile und für die Männer Fingerringe, Uhrketten mit vielfältigen Anhängern sowie silberne Münzknöpfe. Die Mieder der bürgerlichen wie der ländlichen Frauentracht wurden im 18. Jahrhundert mit Seiden- oder Leinenbändern vorn geschnürt. Das Ende dieser Bänder war mit einem Metallstift versehen, der das Einfädeln für die Trägerin erleichtern sollte. Später schnürte man das Mieder mit Hilfe einer mehrere Meter langen Silberkette, die in deutlich sichtbare Schmuckhaken eingehängt wurde. Das sog. Miedergeschnür bot reichlich Platz für silberne Anhänger, die bei jedem Schritt der Trägerin aneinander schlugen und klimperten. Münzen waren ebenso beliebt wie Wallfahrtsandenken und sonstige Talismane. Durch die im 19. Jahrhundert übliche Schnürung der Mieder mit einer Kette verlor der Metallstift am Band seine Funktion. Er verschwand aber nicht etwa aus dem Repertoire des Trachtenzubehörs, sondern wurde im Gegenteil zu einem der wichtigsten Schmuckstücke der weiblichen Kleidung. Er erhielt einen schildförmihen Zierkopf, der reichlich Platz bot für Filigranornamente und Rosetten aus Glassteinen und Wachsperlen. Er bildete das obere Ende der in der Taille begonnenen Schnürung und wurde oben ins Mieder gesteckt, wo er alle Blicke auf sich zog. Einen solchen Geschnürstift oder Miederstecker aus der Mitte des 19. Jahrhunderts sehen wir hier vor uns. Das aus 13-lötigem Silber geschmiedete Stück zeigt ein prachtvolles Schild mit reicher Vergoldung und schönen Filigraneinlagen. Zwei Büten aus Wachsperlen und Glassteinen machen einen fröhlichen und prunkvollen Eindruck! Ein idealer Begleiter zum Dirndl mit spannender Entwicklungsgeschichte Vergleichsstücke finden sich im Schmuckmuseum Pforzheim und der vorliegenden Literatur: Schmuckmuseum Pforzheim (Hg.): Schmuck zum Gwand, Pforzheim 2010., sowie in:Gislind Ritz: Alter bäuerlicher Schmuck München 1978.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.