Generationen vereint

Großer, luxuriöser Smaragd-Ring mit antiken Altschliff-Diamanten in Gold, 1950er Jahre

Wer in früheren Generationen Schmuck nach der neuesten Mode besitzen wollte ging nur selten zum Juwelier, um ein bereits fertiges Stück zu kaufen. Weit häufiger führte der Weg zum Goldschmied, um dort nach eigenen Ideen und im Austausch mit dem Handwerker ein neues Schmuckstück anfertigen zu lassen. Zwar gab es auch im 19. Jahrhundert bereits große Juwelierskaufhäuser mit immenser Auswahl, die fertige Manufakturwaren feil boten, doch noch war auch die ältere Tradition lebendig, Schmuck ganz individuell anfertigen zu lassen. Ein typisches Vorgehen können wir dabei immer wieder beobachten: Statt die neuen Stücke komplett aus dem Nichts neu zu schaffen, wurden oftmals bereits bestehende Ringe, Broschen und Colliers miteinbezogen und in Teilen neu verwendet. So entstanden Stücke, welche die Geschichte der eigenen Familie weiterschreiben und damit zugleich ebenso traditionsverbunden wie modern sein konnten. Der hier vorliegende, prachtvolle Ring zeigt, dass dieses Vorgehen nicht nur im 19. Jahrhundert üblich war, sondern auch später immer wieder anzutreffen ist. Denn der prachtvolle und kostbare Ring, der sich hier mit einen wundervollen Smaragd und zahlreichen Diamanten präsentiert, vereint ganz unterschiedliche Generationen in einem Schmuckstück. Der Ringkopf ist mit seinem unvergleichlich grün leuchtenden, natürlichen Smaragd und zwei funkelnden, großen Diamanten im kissenförmigen Altschliff besetzt, die eine eindrucksvolle Reihe bilden. Jeder Stein ist einzeln in eine Zarge eingelassen, der Smaragd in Gold, die Diamanten effektvoll in Silber. Zehn weitere Diamanten besetzten die Ringschultern und ausschweifende Blattornamente, die die einzelnen Teile optisch miteinander verbinden. Laut Punzierung ist der Ring in den 1950er Jahren in der Tschechoslowakei entstanden, die beiden großen Kissenschliff-Diamanten jedoch stammen sicher noch aus dem 19. Jahrhundert, denn Schliffe dieser Art wurden zur Entstehungszeit des Ringes nicht mehr ausgeführt. Möglicherweise handelt es sich auch bei dem Smaragd um einen antiken Edelstein. Der Ring spannt somit einen Bogen über rund 80 Jahre und ist damit ein wirklich historisches Schmuckstück. Er ist erstklassig erhalten. Über die Qualität der exquisiten Materialien gibt ein neu angefertigtes, unabhängiges Gutachten eines renommierten Labors in Idar-Oberstein Aufschluss, das selbstverständlich mit dem Ring mitgeliefert wird.

In der Antike wurden Diamanten vor allem für ihre unvergleichliche Härte geschätzt. Als Symbole unbesiegbarer Stärke war ihre Schönheit bestenfalls zweitrangig. Tatsächlich erscheinen die frühen Diamanten dem modernen Auge überhaupt nicht attraktiv. Mittelalterliche Schlifftechniken erlaubten ebenfalls keine spektakulären Lichtreflexe und die verbreiteten Tafelschliffe brachten nur Helligkeit und Farbe der Steine zur Geltung. All das änderte sich im Verlauf des 17. Jahrhunderts. Der Adel des Barock entwickelte eine Vorliebe für glitzernde Edelsteine. Besonders populär waren Diamanten im Rosenschliff, deren vielfältige Facetten das Kerzenlicht wunderbar reflektieren. In der Mitte des Jahrhunderts entwickelte sich ein erster, früher Brillantschliff, der nach dem einflussreichen Kardinal Jules Mazarin als Mazarinschliff bezeichnet wird und sich durch eine Krone mit 17 Facetten auszeichnet. Bereits gegen Ende des Jahrhunderts wurden diese Diamanten dann durch eine neue Form abgelöst, der nach seinem Erfinder als Peruzzi-Schliff benannt ist. Vincenzo Peruzzi war ein Edelsteinschleifer aus Venedig, der die Krone der Diamanten um zusätzliche Facetten auf insgesamt 33 erhöhte und so das Feuer der Steine enorm steigerte. Diese frühen Brillanten waren jedoch, was Anzahl und Form der Facetten angeht, nicht standardisiert. Jeder Stein wurde so geschliffen, dass möglichst viel Substanz erhalten bleiben konnte. Neue Diamantvorkommen in Brasilien führten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dann zu einer Schliffform, die als Old Mine Cut bekannt wurde. Diese Diamanten ähneln bereits sehr unseren heutigen Vollschliff Brillanten, doch sollten noch einige Generationen stetiger Verbesserung der Schlifftechnik nötig sein, bis aus dem Old Mine Cut zunächst der Altschliff (oder Old European Cut), und schließlich in den 1940er Jahren der moderne Vollschliff wurde.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


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