Der Freundschaftstempel

Großer Ring mit Haarbild des Klassizismus, um 1810

Das hier vorliegende Objekt, eher ein Bild als ein Schmuckstück, fasziniert durch seine ungewöhnlichen Materialien, seine ungewöhnliche Technik und seine ungewöhnliche Darstellung. Denn es entführt uns in eine heute lang vergangene Welt, welche sich der Liebe und der Freundschaft verschrieben hatte. Der große Ring aus rötlichem Gold präsentiert unter Glas ein feines Arrangement aus Haar, Perlchen und Perlmutt, Golddraht und Malerei. Auf einer Blumenwiese unter einer Weide steht ein Tempel. In ihm sehen wir einen Altar, auf dem ein Feuer brennt. Es ist das Feuer der Liebe, das hier niemals verlöschen wird. Haar, als besonders persönliches Material, wurde im 18. und 19. Jahrhundert oft verwendet, um Liebesgaben oder Erinnerungsstücke an Freundschaften herzustellen; ebenso wurde es verwendet, um an Verstorbene Familienmitglieder zu erinnern. Der hier vorliegende Ring gehört in diese Tradition. Die Ringschiene selbst trägt in sich zwei geflochtene Bänder aus Haar in sich. Und auch das Bild ist in Teilen aus Haar gefertigt: So wurde die Trägerin nicht nur stets an die warmen Gefühle zu der Person erinnert, welche ihr den Ring verehrte, sondern trug tatsächlich ein Stück dieser Person am Finger, auch wenn diese nicht (mehr) in ihrer Nähe weilte. Wir wissen nicht, ob es sich bei dem Ring um ein Geschenk zwischen Liebenden handelte, für eine Zeit der Trennung, oder um ein Erinnerungsstück an jemand Verstorbenen, denn keine Inschrift erklärt seine einstige Bestimmung genauer. Immerhin, der dargestellte Tempel erinnert an die Freundschaftstempel des Klassizismus, wie sie etwa im Park Sanssouci in Potsdam, im Staatspark Fürstenlager oder im Park von Schloss Schönbusch bei Aschaffenburg errichtet wurden. Vgl. auch die sehr ähnliche Ringeinlage mit der Umschrift „Andenken brüderlicher Liebe“, die sich bei Brigitte Marquardt: Schmuck. Klassizismus und Biedermeier, 1780-1850, Deutschland, Österreich, Schweiz, München 1983, S. 192 abgebildet findet. Die Verarbeitung des Goldes in Filigrantechnik lässt uns den Ring sich er in die Jahre um 1810 datieren.

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Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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