Im Zeichen des Kreuzes

Großes antikes „Croix Bosse“ der Normandie aus Silber, spätes 19. Jh.

Die Normandie ist, was den Bereich des Schmucks betrifft, eine der traditionsreichsten Regionen Frankreichs. Besonders Anhänger in Kreuzform finden sich hier in zahlreichen Formen und wurden von den Frauen der Region nachgewiesenermaßen seit dem 18. Jahrhundert zur Tracht getragen. Einer der bekanntesten Kreuzanhänger der Normandie ist das sog. „Croix Bosse“, also ein Buckel- oder Beulenkreuz. Diese oft sehr großen Anhänger bestehen aus zwei in Form gepressten oder getriebenen dünnen Gold- oder Silberblechen, welche zusammenbracht ein einziges, voluminöses Kreuz ergeben. Üblicherweise wurde ein solches Kreuz an einem herzförmigen Schieber an einer langen, mehrfach um den Hals gelegten Goldkette getragen. Ein schönes Beispiel für ein solches Kreuz aus dem 18. Jahrhundert hat sich in der Sammlung des MUCEM in Paris erhalten (Inv. Nr. 1936.387.1). Lange blieb der Gebrauch dieser außergewöhnlichen Kreuze auf die Normandie beschränkt. Im späten 19. Jahrhundert jedoch, unter dem Eindruck der Weltausstellung in London von 1872, wuchs in ganz Europa das Interesse am Trachtenschmuck des eigenen Landes, aber auch der weiter entfernten Regionen Europas. Die Wiederentdeckung des Dirndls etwa fällt nicht zufällig in diese Zeit. Und das Croix Bosse der Normandie erlebte nun eine neue Mode über die Grenzen der Normandie hinaus. Tatsächlich ist wohl auch das hier vorliegende Kreuz im späten 19. Jahrhundert entstanden. Dies legen die langen Kreuzarme nahe sowie die Form der Öse am oberen Ende, welche so im 18. Jahrhundert nicht begegnen. Vielmehr lassen sich im späten 19. Jahrhundert nun sogar ganze Sets aus Anhänger, Ohrringen und Armbändern nachweisen, welche das typische Motiv des Croix Bosse, die facettierten, runden Kugeln, zu immer neuen Kompositionen zusammenstellen. Diese Paruren wurden bis nach Großbritannien exportiert und dort als Normand Jewellery getragen. Der hier vorliegende Anhänger erzählt so also eine doppelte Geschichte des Trachtenschmucks der Normandie, von seinen Anfängen vor Ort im 18. und seiner Verbreitung im 19. Jahrhundert. Weiterführende Informationen zum „Croix Bosse“ finden sich auch auf dieser Webseite: www.bijouxregionaux.fr Zur Bedeutung der Weltausstellung 1872 für die Rezeption von Trachtenschmuck v.a. in Großbritannien vgl. Charlotte Gere/Judy Rudoe: Jewellery in the Age of Queen Victoria, London: British Museum Press 2010, S. 316–329. Ausführlich zum Thema zudem Jane Perry: The Victorian Passion for Peasant Jewellery, in: Jewellery Studies 12 (2012), S. 67–84.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


5 Gründe, die Sie zum Strahlen bringen!

Noch keine Artikel angesehen