Das Gold einer friesischen Braut

Friesische Hochzeitskette aus Gold-Filigran, Norddeutschland um 1960

Schmuckstücke sind häufig mit Bedeutung aufgeladen und ganz spezifische Stücke waren bis noch weit ins 20. Jahrhundert hinein fester Bestandteil der deutschen Volkstrachten. Während Trachtenschmuck im Süden Deutschlands häufig aus Silber hergestellt ist, ist das Goldfiligran eine Besonderheit bei den wohlhabenden Bevölkerungsgruppen der Nordsee gewesen. Die vorliegende Halskette der Jahre um 1960 besteht aus 14-karätigem Gold. Die Kette aus hadgeschmiedeten Gliedern ist beweglich montiert und zeigt ein aufwändig geschmiedetes Mittelstück in feinster Filigrantechnik, deren Verwendung kennzeichnend ist für den Schmuck der wohlhabenden friesischen Bevölkerung. Kleine, getriebene Halbkugeln besetzen die Spitzen der drei schildförmigen Mittelglieder, die durchbrochen gearbeitet sind. Eine goldene Erbskette komplettiert das feine Collier. Ohne Zweifel handelt es sich bei dem vorliegenden Schmuckstück um ein Hochzeitscollier, einen Brautschmuck. Auch heute noch kann man sich das Collier am Hals einer Dame vorstellen, sei es zur Hochzeit, zur Landhaustracht oder einfach so, hat es doch nichts an Schönheit eingebüßt. Das feine vintage Collier kam aus dem Norddeutschen zu uns und ist wunderbar erhalten.

Seit jeher hatten Silber und Gold bei den Friesen eine große Rolle gespielt, hatte doch schon Karl der Große – so die Legende – ihnen gestattet, sich von Kopf bis Fuß mit Gold zu behängen, soviel sie nur tragen konnten, und zwar ohne Steuern darauf zu bezahlen. So ist es nicht verwunderlich, dass Gräfin Anna von Ostfriesland, sonst für ihre Sittenstrenge und ihre Bescheidenheit bekannt, in einer Polizeiverordnung 1545 die ostfriesischen Edlen geradezu auffordert, ihren Reichtum öffentlich zur Schau zu stellen. Und die Ostfriesen halten sich daran. Frauentrachten entstehen über und über mit Goldplatten verziert, die mit Scharnieren verbunden sind, besetzt mit kostbaren Edelsteinen. Selbst Strümpfe und Schuhe sind mit Gold besetzt gewesen und manchmal soll ein Gürtel soll allein zwei Pfund gewogen haben. Während der Regentschaft von Graf Ulrich kommt es zu einer Blütezeit, in der Handwerk und Kunst florieren. Seefahrer und Kaufleute bringen von ihren Reisen Schmuck und edle Gebrauchsgegenstände nach Friesland und verbreiten auch die Technik des Filigrans, die in Byzanz und im ganzen Fernen Osten schon lange bekannt war. Zu einer zweiten großen Blüte der Goldschmiedekunst in Ostfriesland kam es um 1750 mit dem endgültigen Siegeszug des Filigrans. Kostbarer Familienschmuck entstand, der von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Dieser traditionelle ostfriesische Filigranschmuck besitzt immer wiederkehrende Bestandteile wie Herzen, Rosetten und Muscheln aus Gold, aber auch Ranken, Schiffchen und Kreuze.

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