Umnachtet und erleuchtet

Herrliche, detailreiche Kamee aus Lagenachat in Gold, um 1900

Der hier vorliegende Cameo zeigt in besonders detailliertem Schnitt an zentraler Stelle zwei junge Damen: Die eine wachend, die andere schlafend – beide traumschön. Es handelt sich um Allegorien auf den Tag und die Nacht, die Göttinnen Eos und Nyx. Schon die klassische Antike kannte diese Personifizierungen der Morgenröte und der dunklen Nachtzeit. Sie haben als Gegensatzpaar seit jeher die Künstler inspiriert und blieben Sujet der bildenden Künste. In dieser Brosche, die vermutlich in Deutschland in den Jahren um 1900 entstanden ist, begegnen uns Tag und Nacht als ungleiche Schwestern: Der Tag, rechts im Bilde, schaut voran und trägt blühende Rosen im Haar. Die Nacht hingegen, träumend mit geschlossenen Augen, ist hinter der Morgenröte dargestellt. Schlafmohn ziert ihr Haar und ein Sichelmond zeigt sich über ihrem verschleierten Haupt. So feiert diese Brosche den Kreislauf der Zeit, und den unendlichen Wechsel von Hell und Dunkel, von Tag und Nacht in schwarz weißem Lagenstein. Eine goldene Rahmung deren Zierrat feine Naturperlen und Rosen zeigt, die sich wie ein Band um die Kamee legen, hält die feine Steinschneidearbeit sicher. Alle Details der Kamee sind besonders fein in den zweifarbigen Achat Schale geschnitten, der so viel schwieriger zu bearbeiten ist als die recht weiche Schale von Muscheln oder Schneckenhäusern, die im 19. Jahrhundert auch oftmals zur Herstellung von Kameen genutzt wurde. Die Figuren der beiden Göttinnen und alle Details sind plastisch dargestellt und heben sich hell gegen den dunklen Hintergrund ab. Ein Schmuckstück das durch Detailreichtum, meisterliche Ausführung und perfekte Erhaltung den Mittelpunkt jeder guten Kameensammlung darstellen kann.

Antike Gemmen und Kameen zu besitzen war über Jahrhunderte hinweg Anspruch beinahe aller großen Sammlungen: Wir finden spektakuläre Stücke im Grünen Gewölbe in Dresden, in der Schatzkammer Rudolf II. bis hin zu den großen privaten Sammlungen wie der des Baron Stosch in späterer Zeit. Das 18. und 19. Jahrhundert brachte zahlreiche große Abdrucksammlungen antiker Siegelsteine und Gemmen hervor, welche die antike Bildsprache der Glyptik beinahe in ihrer Gesamtheit darstellen. So waren sie nicht zuletzt auch Ausdruck einer humanistischen Bildung. In besonderem Maße wichtig für die Vermittlung von Stein- und Muschelschnitten nördlich der Alpen waren seit jeher Italienreisende, die Abdrücke und geschnittene Steine sowie gravierte Muscheln von ihren Bildungsreisen nach Hause brachten um sich an den Geschichten, die die Muschelschalen erzählen konnten, zu erfreuen. Die Kunst des Gemmenschneidens hat bis heute in Italien, besonders in der Bucht von Neapel erhalten, wo sie von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Heute ist die Scuola dei Cammei in Torre del Greco die weltweit einzige professionelle Ausbildungsstätte für Gemmenschneider, wobei sich jedoch leider die mythologische Themenwelt als Sujet beinahe ganz verloren hat.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


5 Gründe, die Sie zum Strahlen bringen