Die Vision des heiligen Antonius

Musealer Anhänger mit Heiligenminiatur im Diamantkranz, um 1700

Wenngleich er zahlreiche Wunder vollbracht haben soll, so ist uns die Figur des heiligen Antonius von Padua doch nicht in einer jener Situationen, sondern im Moment seiner Vision geläufig. Sie zeigt den Heiligen, Lilien als Symbol seiner Reinheit im Arm haltend, über der Bibel, aus welcher ihm das Christuskind erscheint. Ein helles Licht soll die Zelle des Klosters erfüllt haben, als man ihn so fand. Nachdem er aus seiner Ekstase erwacht war, erbat er sich jedoch, die Kunde von seiner wundervollen Erscheinung erst nach seinem Tod zu verbreiten. Auch die vorliegende Miniatur zeigt, in Gold gehöht, diesen Moment der Vision des heiligen Antonius. Wenngleich uns die Darstellung des Heiligen mit Christuskind auf dem Schoß und Lilien im Arm heute typisch erscheint, so ist dieser Bildtypus doch erst seit dem 17. Jahrhundert wirklich verbreitet. Die meisten Gemälde in dieser Ikonographie entstanden ab Mitte des 17. Jahrhunderts und stehen in einem größeren Zusammenhang zunehmenden künstlerischen Interesses an der Darstellung von Heiligenvisionen und religiöser Ekstase, dessen wohl bekanntestes Beispiel Berninis Verzückung der heiligen Theresa (1645-52) ist. Umgeben wird die unter Bergkristall präsentierte Miniatur von einem Kranz aus Diamanten und Blütenornamenten in Silber. Neben der Ornamentik sprechen auch der Tafelschliff der Diamanten sowie die florale Gravur der vergoldeten Rückseite für ein frühes Entstehungsdatum. Vermutlich stammt der Anhänger aus dem süddeutschen oder norditalienischen Raum. Er hat sich sehr gut erhalten und ist ein seltenes überliefertes Beispiel für einen religiösen Anhänger seiner Zeit. Für ein früheres und ein späteres Beispiel eines Anhängers mit Heiligenminiatur, zwischen denen unser Anhänger zeitlich und stilistisch zu verorten ist, vgl. Hanns-Ulrich Haedeke: Schmuck aus drei Jahrtausenden. Sammlung Hanns-Ulrich Haedeke, Köln 2000, S. 216, Nr. 285 sowie S. 261, Nr. 334.

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