Kämpferisch und klug

Antikes Armband mit Muschelgemmen in Gold, um 1875

Im alten Griechenland und Rom wurde nicht lange gefackelt, wenn es darum ging, Konflikte zu lösen; nur hin und wieder wird ein Leben verschont. Auch die Götter waren nicht weniger kriegerisch als ihre Menschen: Schon der Ursprung der Götterordnung lag für die alten Griechen in einer unermesslichen Schlacht, dem Kampf der Olympier gegen die Titanen. Kein Wunder also, dass einige der Götter, doch auch der Göttinnen, stets gerüstet mit Helm und Panzer dargestellt wurden, ja, man die machtvollen Personen überhaupt erst an ihrer Rüstung erkennt! Das hier vorliegende Armband des späten 19. Jahrhunderts ist nun einer ganz bestimmten dieser kriegerischen Göttinnen gewidmet: Der Athene, auch als Minerva bekannt, der Göttin der Weisheit und Wissenschaft, doch auch des Krieges. Die sechs Muschelgemmen, wohl in Italien geschnitten, deklinieren das Motiv der Athene durch verschiedene Varianten. Stets ist die Göttin mit Rüstung und Helm geschützt, mal blickt sie nach links, mal ach rechts, mal sehen wir sie von vor, mal von der Seite, mal in Rückenansicht. Es ist, als wollte der Gemmenschneider die Göttin in all ihren Facetten abbilden, als spielte hier der alte Gedanke des Paragone, der Wettstreit der Künste eine bestimmende Rolle: Die einzelnen Bildfelder zeigen die Göttin im flachen Relief, doch in der Zusammenschau ergibt sich dennoch ein plastisches Bild. Das Armband ist in den 1870er Jahren entstanden, hierfür sprechen die Art der Goldschmiedearbeit und ihr Entwurf im damals modischen, sog. „Archäologischen Stil“. In späterer Zeit wurde dann der Verschluss erneuert, und so lässt sich das Band nun wieder beruhigt tragen: Als Zierde und Schutz einer klugen Frau.

Die technische und wissenschaftliche Entwicklung Europas hatte im 19. Jahrhundert die Geschichtswissenschaft zur Leitdisziplin der Zeit werden lassen. Neue Ausgrabungen in Italien erschlossen bislang unbekannt gebliebene Epochen der europäischen Geschichte, und besonders die Frühzeit der Kulturen erlebte ein bislang unbekanntes Interesse. In Italien wurden besonders die Etrusker neu entdeckt und ihr Kunsthandwerk über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Über den engen Rahmen der Universität hinaus begeisterten sich dabei auch die Bürger der europäischen Staaten für die neuen Entdeckungen und suchten Schmuckstücke, Möbel und Kusthandwerk in diesen aufregenden, neuen Formen zu besitzen. In Rom wurde in diesem Zusammenhang die Firma Castellani besonders berühmt: Fortunato Pio Castellani und seine Söhne erforschten die Etrusker und boten bald erstklassigen Schmuck für die gekrönten Häupter des Kontinents an, der die Formensprache dieser frühen Bewohner der italischen Halbinsel aufnahm. Doch auch in Deutschland wurden ihre Arbeiten, die man schnell unter dem Begriff des „archäologischen Stils“ bekannt machte, mit Interesse aufgenommen und mit den Formen der eigenen Geschichte verschmolzen.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


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