Ein Stück Schmuckgeschichte

Frühe Zuchtperlenkette mit diamantbesetzter Schließe, England um 1930

„Als im Mai 1921 die ersten Mikimoto-Perlen in London auf den Markt kamen, machten sie großes Aufsehen, denn die japanischen Zuchtperlen waren von echten, natürlichen Perlen nicht zu unterscheiden. […] Die japanische Zuchtperle hat sich bewährt, wird gleich der echten Perle geschätzt und daher darf man sich nicht wundern, daß die Mikimoto-Perle bereits einen nicht unbedeutenden Handelsartikel bildet. […] Verkaufsstellen finden sich in Tokio, Osaka, Kobe und London.“ So heißt es in der Fachzeitung der Juweliere, Gold- und Silberschmiede, XVI. Jahrgang, Nr. 9, Wien 1924, S. 3. Perlen gehören seit jeher zu den begehrtesten Materialien in der Welt des Schmucks. Vor der Erfindung der Perlenzucht war ihr Wert nur mit den vier großen Edelsteinen Rubin, Smaragd, Diamant und Saphir zu vergleichen. Umso sensationeller war es, als durch die Erfindung des Japaners Mikimoto diese Schätze der Natur gezüchtet werden konnten, und Perlentaucher nicht länger tagelang nach der einen, kostbaren Perle tauchen mussten. Endlich wurden Perlenketten auch bürgerlichen Frauen erschwinglich – und in London waren die neuen Zuchtperlenketten zuerst erhältlich. Die vorliegende Kette ist ein frühes Beispiel dessen. Die Kette in Choker-Länge besteht aus im Verlauf gereihten Perlen, deren kleine Größe dem Geschmack des Art Déco entspricht, als man zierliche Schmuckstücke schätzte. Die rautenförmige Schließe entspricht in ihrer Formensprache dem Geschmack der Jahre um 1910. Möglicherweise lag sie noch auf Lager oder wurde einer älteren Perlenkette entnommen. Sie ist aus mit Platin belegtem Gold gefertigt, dessen weiße Oberfläche von handgeschliffenen Diamanten und Rubinen besetzt wird. Das klassische Collier ist sehr gut erhalten – und ein wunderbares, tragbares Stück Schmuckgeschichte!

Dem Japaner Kokichi Mikimoto (御木本 幸吉, * 10. März 1858, † 21. September 1954) war es in den frühen 1920er Jahren als erstem Menschen überhaupt gelungen, vollrunde Zuchtperlen zu produzieren und zu vermarkten. Mikimoto war Sohn eines Nudelrestaurant-Besitzers und verließ die Schule bereits mit 13 Jahren, um das Einkommen seiner Familie als Gemüseverkäufer aufzubessern. Die Beobachtung der Perlentaucherinnen von Ise weckte Mikimotos Faszination für Perlen. Im Jahr 1888 erhielt er ein Darlehen, um zusammen mit seiner Frau Ume seine erste Perlenzuchtfarm zu eröffnen. Am 11. Juli 1893 – nach vielen Rückschlägen und einem Beinahe-Bankrott – war die erste Zuchtperle vorzuweisen. Mikimoto brauchte jedoch noch weitere zwölf Jahre, um vollkommen runde Zuchtperlen zu züchten, die von den kostbaren Naturperlen nun nicht mehr zu unterscheiden waren. Im Jahr 1899 schließlich eröffnete Mikimoto sein erstes Perlengeschäft auf der Ginza in Tokio und von diesem Zeitpunkt an expandierte sein Geschäft auch international und gelangte zu Weltruhm, da bei Mikimoto nur die besten 3 % aller gezüchteten Perlen zu Schmuckstücken verarbeitet wurden. Japanische Kulturperlen waren für europäische Goldschmiede bereits spätestens ab 1924 erhältlich, wie eine entsprechende Annonce in der Fachzeitung der österreichischen Juweliere, Gold- und Silberschmiede verrät (Vgl. Fachzeitung der Juweliere, Gold- und Silberschmiede, XVI. Jahrgang, Nr. 7, Wien 1924, S. 6).

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