Das beste aus beiden Welten

Kostbares Collier mit 1,92 ct Diamanten in Gold & Platin, um 1905

Als der Jugendstil zu Ende des 19. Jahrhunderts mit tradierten Mustern brach, sollte er eine demokratische Kunst sein, welche den ästhetischen Wert eines Objektes mehr schätzte als den materiellen. So schufen Künstler-Goldschmiede Schmuck in unkonventionellen, häufig auch günstigen Materialien. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts dann inspirierten die freien Formen des neuen Stils auch die Hersteller luxuriösen Juwelenschmucks: So entstanden Colliers wie das vorliegende, welche die gestalterische Anmut des Jugendstil mit der kostbaren Materialität der Weißjuwelen jener Zeit vereinen. Vor einem annähernd dreieckigen Rahmen rankt sich eine schlanke Pflanze nach oben. Ihre Blätter sind zierlich geschwungen und mit zahlreichen kleinen Diamanten besetzt, und große Halbkaräter im alten Brillantschliff entspringen ihnen wie voll aufgeblühte Blumen. Ein weiterer großer Altschliff-Diamant ist unten pendelnd angehängt. Insgesamt 23 handgeschliffene Diamanten von zusammen etwa 1,92 ct wurden hier verarbeitet. Sie zeichnen sich durch eine schöne Brillanz und feurige Lichtdispersion aus. Die gesamte Oberfläche des Colliers und die Steinfassungen sind aus Platin gearbeitet, sodass die Wärme des Goldes das kühle Licht der Diamanten nicht trübt. Gold mit Platin zu belegen war in jenen Jahren eine gängige Vorgehensweise, um nicht nur weiß strahlende Schmuckstücke zu erhalten, sondern auch solche, deren Oberfläche sich durch die Härte des Platins besonders fein verarbeiten ließ. Auch die Kette ist aus einem solchen Platin Doublé gefertigt und erscheint reinweiß. Das Collier ist sehr gut erhalten und entstand vermutlich in Deutschland. Es ist ein schönes Beispiel für ein Weißjuwel des frühen 20. Jahrhunderts, das seine Inspiration aus dem Jugendstil zieht.

Die Form des Brillanten hat sich über viele Jahrhunderte entwickelt. Lange war es technisch nicht möglich, den Rohkristall mehr als nur rudimentär zu verändern, da der Diamant ja so außergewöhnlich hart ist. Im 17. und 18. Jahrhundert gelang es dann, dem Kristall mehr und mehr Facetten abzutrotzen und im Laufe des 19. Jahrhunderts näherten sich die Schliffe immer mehr der Form an, die wir heute als Brillant kennen. Erst im Jahr 1919 aber hat Marcel Tolkowsky die Idealform des Brillanten auf optisch-physikalischer Grundlage errechnet; die genaue Form, welche in Deutschland heute der Standard ist, der sog. Feinschliff der Praxis, ist sogar erst 1938 festgelegt worden. Wirkich durchgesetzt hat sich die Form des modernen Brillanten dann nach dem Krieg. Der Brillant ist somit also eine eigentlich erst recht neue Erfindung - und das bedeutet auch, dass bei einem Diamanten, der im 19. Jahrhundert oder zu Beginn des 20. Jahrhunderts geschliffen wurde, einem sog. „Altschliff“, die Proportionen des Steins nicht dem Standard des heutigen Brillanten folgen. Altschliffe wurden in der damaligen Zeit immer individuell geschliffen: Man wollte den optimalen Weg finden zwischen dem besten Glanz einerseits und dem wenigsten Materialverlust beim Schleifen andererseits.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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