Die Kunst der Befreiung

Zartes Jugendstil-Collier in den Farben der Frauenbewegung, USA um 1910

Die Geschichte der Gleichberechtigung von Mann und Frau ist eine Geschichte harter Kämpfe gewesen. Bis heute ging es stets nur in kleinen Schritten voran, die oft Mühsam der meist konservativen Seite der Männer abgetrotzt werden musste. Eine besonders bewegte Epoche dieses Kampfes war das frühe 20. Jahrhundert, als vor allem in Großbritannien und den USA, doch später auch in Deutschland Frauen in großer Zahl auf die Straße gingen um endlich das Wahlrecht für sich zu erstreiten. In Großbritannien wurden die kämpfenden Frauen Suffragetten genannt, von frz. suffrage = Wahl. Sie protestierten und schreckten auch vor handgreiflichen Taten und Hungerstreiks nicht zurück, frustriert durch die Unbeweglichkeit der männlich dominierten Politik. Je länger aktiv und öffentlichkeitswirksamer die Bewegung war, desto mehr Unterstützerinnen bekannten sich auch öffentlich zu ihr. Es entstand eine wahre Mode. Im Jahr 1908 wurden dann offiziell auch Farben festgelegt, um die Frauenbewegung zu symbolisieren: Grün, Weiß und Purpur sollten Hoffnung, Reinheit und Würde bedeuten. Dass diese Farben als Symbol der Bewegung auch in den USA schnell bekannt wurden, zeigt das hier vorliegende Jugendstil-Collier. Eine zarte Kette aus Gold trägt einen Anhänger aus einem breiten Zierstück in zarten Jugendstilformen, von dem in zwei Bögen je ein dreieckiger Amethyst und ein dreieckiger Peridot angehängt sind. Leicht barocke Mississipi-Flussperlen fügen zu den Farben Violett und Grün der Edelsteine die Farbe Weiß hinzu und komplettieren so den Dreiklang der Farben. Das Collier bringt so gleich zwei Erneuerungsbewegungen der so aufregenden Umbruchszeit kurz nach 1900 zusammen: Den Jugendstil mit seinem Wunsch einer Befreiung vom Diktat der Geschichte und der historischen Formen und die Frauenbewegung mit ihrem Wunsch nach Befreiung von der Unterdrückung des Mannes. Beides gelang, nur wenig später. Die Moderne setze sich durch und das Wahlrecht wurde schließlich 1918 in den USA, in Großbritannien und Deutschland erreicht. Als ein großer Schritt auf einem bis heute nicht beendeten Weges.

Die Flüsse und Bäche Nordamerikas sind eine besonders gute Quelle hochwertiger Süßwasserperlen. In vorkolonialer Zeit waren sie im wahrsten Sinne des Wortes mit Muschelbänken gepflastert. Doch auch wenn die Erschließung der zuvor nur dünn besiedelten Gebiete und die darauf folgende Industrialisierung die Vorkommen deutlich hat schrumpfen lassen, ist besonders das Mississipi-Flußsystem im Südosten der USA noch immer reich an Muscheln und Perlen. Der Legende nach wurde die Amerikanische Flußperle im Jahr 1857 erstmals für die Schmuckherstellung entdeckt: Der Schuhmacher David Howell, arm und ohne Aufträge, versuchte einige der Süßwassermuscheln zu essen - wohl eine Verzweiflungstat, denn bis heute werden diese Muscheln in den USA nicht verzehrt. Doch kaum öffnete er die erste Muschel, kullerten ihm schon die schönsten Perlen entgegen. Gleich am nächsten Tag dann entdeckte er zusammen mit seinem Freund Jacob Quackenbush eine rosafarbige Perle mit 15 mm Durchmesser, die er für 1500 Dollar an Tiffany’s verkaufen konnte - die Perle gelangte schließlich über einen europäischen Händler an die französische Kaiserin Eugenie, die Gattin Napoleons III. 1917 wurde ihr Wert auf 10.000 Dollar geschätzt! Durch die Umweltverschmutzung des Mississipideltas sind die Flußmuscheln heute seltener als früher. Dennoch werden noch immer qualitätvolle Perlen in vielen Farben und Formen gefunden, von perfekt runden Perlen über Flügelperlen bis hin zu den bizarrsten barocken Formen. Vgl. hierzu ausführlich Elisabeth Strack: Perlen, Stuttgart 2001, S. 232-251.

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