Was hat Amor vor?

Klassizistischer Anhänger mit Miniatur in Gold hinter Glas, um 1800

Dass Amor, der gern als geflügelter Junge dargestellt wird, ein schelmischer Kerl ist, wissen wir. Doch was hat er hier vor? Zwischen hohen Sträuchern und vor einem mit einer Girlande behangenen Sockel eilt er durch einen Landschaftsgarten. In der einen Hand scheint er einen Krug zu tragen, während er mit der anderen einen Fisch aus der Luft fängt!? Die Darstellung, eine aus feinem Goldblech geschnittene, gravierte Miniatur, wirkt fast wie ein Schattenriss zwischen zwei Glasplatten über einer feinen Perlmuttscheibe. Vor dem zart irisierenden Hintergrund hebt sich das goldene Bild besonders schön ab. Und es führt uns zudem plastisch vor Augen, weshalb die Berufe des Goldschmiedes und jene des Graveurs für Kupferstiche in älteren Zeiten so nahe verwandt waren: Mancher Künstler, beispielsweise Albrecht Dürer, hatte einen Hintergrund in der Goldschmiedekunst. So hier finden sich zur Schattierung jene Schraffuren, die sonst alten Stichen ihre samtigen Schattentöne verleihen. Präsentiert wird uns diese Darstellung, die in ihrer Verspieltheit und leichten Komik noch den Nachklang des späten 18. Jahrhunderts verspüren lässt, in einem Anhänger, den wir in die Zeit um 1800 datieren können. Ganz typisch ist die Aufhängung an drei feinen Ketten, und auch die elegante Reduzierung der Farbigkeit verströmt den Zeitgeist des Klassizismus. Wohl entstand es im süddeutschen Raum, wo um 1800 ähnliche Anhänger nachweisbar sind (vgl. Brigitte Marquardt: Schmuck – Klassizismus und Biedermeier 1780-1850, München 1983, S. 179, Kat. Nr. 74, o.r.). Doch immer noch bleibt die Frage: Was hat Amor hier vor? Handelt es sich hier um ein vergessenes Sprichwort, das hier bildlich dargestellt wurde, oder ein Zitat? Dies bleibt im Dunkel der Geschichte verborgen. Sicher ist doch, dass das seltene Schmuckstück einst einen Bezug zur Liebe hatte – und seiner einstigen Trägerin wohl in Liebe geschenkt wurde. Auf den Bezug zur Liebe weist auch das unterhalb angebrachte Liebesschloss hin, das die Glasplatten des Anhängers verbindet und die Darstellung so am Platze hält. Es wurde in späterer Zeit erneuert, geht aber auf entsprechende Motive schon der Zeit um 1800 zurück, ebd., S. 181, Kat- Nr. 80.

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Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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