Natur und Kultur

Klassizistisches Armband aus Gold mit Karneol & Email, um 1800

„Schmuck sollte [um 1800] nicht mehr glänzende Zier und Betonung der geschnürten, körpereinengenden Kleidung sein“, heißt es in einem Standardwerk zum Schmuck des Klassizismus. „Um sich den Körperformen anzupassen, mußte er leicht und flach gearbeitet sein. Sein Reiz beruhte [...] auf dem Gegensatz von matter und glänzender Metallfläche, von Gold und hellem Farbstein oder – wie etwa beim Filigran – auf der Wirkung des feinen Linienspiels.“ So lässt sich auch das vorliegende Armband beschreiben, dessen Wirkung auf seiner schlichten Strenge der Formen bei gleichzeitig schier unendlich feiner Bearbeitung des Details beruht. Der Dame, die es einst trug, lag es nicht am beeindruckenden Funkeln großer Diamanten, sondern an einer stilleren, zurückhaltenderen Eleganz, deren Qualität sich im Detail ausdrückte und dabei zugleich subtil auf eine klassische Bildung schließen ließ. Feinste Gravuren, Stichpunzierungen und Aussparungen im schwarzen Email lassen laubähnliche Ornamente erkennen, die an den Gliedern auf Eichenlaub verweisen und auf der Schließe des Armbandes auf einen Lorbeerkranz. Beide waren beliebte Ornamente des Klassizismus und verweisen ebenso auf die zum Vorbild des Geschmacks erhobene Antike wie auf die Schönheit der Natur. Auch der Stein in der Schließe verweist auf diese zwei Pole: Es ist ein honigfarbener Karneol mit natürlichen Einschlüssen, der nicht nur schon den alten Römern als Schmuckstein galt, sondern ebenfalls Eingang in viele Naturalienkabinette fand. Das zarte und leichte Armband mit seinen vielfältigen Anspielungen auf Natur und Kultur hat sich sehr schön erhalten. Ein ähnlich gearbeitetes Stück findet sich etwa bei Brigitte Marquardt: Schmuck. Klassizismus und Biedermeier, 1780-1850, Deutschland, Österreich, Schweiz, München 1983, S. 194. Dort auch der oben zitierte Absatz, S. 45.

Die großen Verwerfungen der europäischen Politik im Zeitalter Napoleons mischten das Verhältnis der Staaten von Grund auf neu. Königreiche und Fürstentümer verfielen, wurden neu gegründet, wurden zu erbitterten Feinden oder plötzlichen Verbündeten. Doch was im Feld der Politik zu Spannungen, Krieg und Abgrenzung führte, blieb im Bereich der Kunst, der Mode und des Schmucks außen vor: Europa war hier vereint in einem gemeinsamen Stil, der eleganten, internationalen Formensprache des Klassizismus. Nach dem eleganten, doch mitunter überbordenden Überschwang des Rokoko wandte sich der Geschmack zu den klareren, rationaleren Formen der Antike. Ornamente wie Palmetten, Ranken und geometrische Muster bestimmten nun die Entwürfe der Architekten ebenso wie der Schmuckgestalter der Zeit – wobei dies teilweise auch dieselbe Person sein konnte, denken wir an Karl Friedrich Schinkel, von dem neben seinen Zeichnungen für die königlichen Bauten in Berlin auch Entwürfe für Schmuckstücke überliefert sind.

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Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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