Unauslöschliche Erinnerung

Kleine antike Brosche mit Haargeflecht & Perlen, um 1800

Zu allen Zeiten hat der Tod die Menschen beschäftigt und zu existenziellen Fragen angeregt. In früheren Zeiten prägte er noch viel unmittelbarer das Bewusstsein, war doch die Lebenserwartung gering und der Sensenmann beinahe alltäglicher Begleiter. Vielfältige, uns heute oft erstaunlich vorkommende Rituale und Vorschriften halfen, das Unabwendbare etwas erträglicher zu machen. Zu diesen Bräuchen gehörten auch Trauerschmuckstücke, mit denen die Erinnerung an die Dahingeschiedenen wachgehalten werden sollte. Ein solches Stück ist die vorliegende Brosche aus den Jahren um 1800. Das Schmuckstück in Form eines Parallelogramms ist aus 9-karätigem Gold gefertigt. In seiner Mitte zeigt es einige verflochtene Haarsträhnen, die geschützt von einer Platte aus geschliffenem Kristall die Fährnisse der Geschichte überdauert haben. Ein Kranz aus natürlichen Perlen umgibt das kleine Feld, was symbolisch gemeint ist, denn Perlen galten sowohl als Zeichen vergossener Tränen als auch als Symbole der einen Liebe. Die Brosche ist sehr gut erhalten und ein ebenso schönes wie zugleich tragbares Stück des frühen 19. Jahrhunderts mit anrührend sentimentalem Inhalt. Zur Datierung vgl. Sie die bei Ginny Reddington Dawes / Olivia Collings: Georgian Jewellery 1714-1830, Woodbridge 2007, S. 148 abgebildeten Stücke derselben Zeit.

Geschenke aus dem eigenen Haar waren im 18. und 19. Jahrhundert gang und gäbe, eine Tradition, welche als Freundschafts- oder Liebesgabe im Biedermeier ihren Höhepunkt fand. Die Familie, das eigene Haus und die Freunde spielten im Leben der damaligen Zeit eine große Rolle - das Zeitalter der Romantik war von besonderer Empfindsamkeit geprägt. In diesem Zusammenhang entstanden auch Schmuckstücke aus Haar, die als besonders persönliche Geschenke, (denn Haar ist ja ein Teil des eigenen Körpers!) eine innige Verbundenheit ausdrücken sollten. Im Volksglauben ist das Haar der Sitz der Lebenskraft. Wer ein Haar von einem anderen besitzt, hat Macht über ihn. Wer also sein Haar einem anderen schenkt, liefert sich ihm sozusagen aus und schenkt ihn einen Teil des eigenen Leibes: „Ein Haar fesselt stärker als die stärkste Eisenschnur“ berichten alte Märchen, wie man im „Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens“ nachlesen kann. Die einfachste Form des Haarschmuckes, die sich bis heute erhalten hat, ist die Locke im Medaillon oder die geflochtene Haarkette, die die liebende Gattin dem jungen Ehemann zum Geschenk machte.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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